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ZEW-Konjunkturindex im Dezember überraschend gestiegen

Die Finanzmärkte schätzen die Konjunkturaussichten in Deutschland trotz des hohen Eurokurses wieder etwas optimistischer ein. Sinkende Ölpreise machten die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporte wett.

dpa-afx MANNHEIM. Die Finanzmärkte schätzen die Konjunkturaussichten in Deutschland trotz des hohen Eurokurses wieder etwas optimistischer ein. Sinkende Ölpreise machten die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporte wett.

Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen auf 14,4 Punkte geklettert von 13,9 Punkten im Vormonat. Von AFX News befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 11,0 Punkte erwartet. Zuvor hatte es vier Monate in Folge einen Rückgang gegeben. Trotz des Anstiegs liegt der Index aber noch immer deutlich unter dem historischen Mittelwert von 34,5 Punkten.

Konjunkturrisiken Bleiben

Der starke Euro bereitet den ZEW-Angaben zufolge weiter Sorgen, da er die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporte gefährden könnte. Dagegen stimme der deutliche Rückgang des Ölpreises die befragten Experten zuversichtlicher und habe einen weiteren Rückgang des Indikators verhindert. "Angesichts der starken Wechselkurs- und Ölpreisänderungen ist die weitere Entwicklung nach wie vor durch Risiken gekennzeichnet", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Gleichwohl bestehe kein Anlass, die Erwartungen einer leichten Konjunkturerholung im nächsten Jahr zu revidieren.

Auch die Commerzbank sieht ist der Anstieg des Indikators ein Zeichen, "dass die Analysten die deutsche Wirtschaft nicht am Rand einer Rezession sehen". Auch die HVB rechnet in den kommenden Quartalen mit einem leichten Wirtschaftswachstum, warnt aber vor einer Überbewertung der ZEW-Daten. Der starke Euro-Aufwertung habe sich bereits in der November-Umfrage niedergeschlagen, sagte HVB-Analyst Andreas Rees. Im Vormonat war der Indikator von 31,3 auf 13,9 Punkte eingebrochen. Zudem seien die Erwartungen zuvor vier Monate in Folge gesunken. "Aus unserer Sicht sind die Risiken für die deutsche Wirtschaft klar auf der Abwärtsseite", sagte Rees.

Euro Bleibt Stark

Die Finanzmärkten reagierten kaum auf den Anstieg des Konjunkturindikators. Der Eurokurs verharrte nahe seines Rekordhochs von 1,3 467 Dollar. Die Aktienmärkte zogen vor allem wegen des gesunkenen Ölpreises leicht an.

Die aktuelle Konjunktursituation in Deutschland beurteilen die vom ZEW befragten Experten in diesem Monat ungünstiger. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage sank von-57,8 Punkten auf-64,2 Punkte. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind weiter zurückgegangen. Der Euro-Indikator verlor 4,4 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei +17,7 Punkten. Der entsprechende Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechtert sich von-25,8 Punkten auf-30,2 Punkte.

Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wieder.

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