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ZEW-Konjunkturindex im November eingebrochen - Starker Euro belastet

Die Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung in Deutschland hat im November einen kräftigen Dämpfer bekommen. Analysten sehen neben dem hohen Ölpreis zunehmend den starken Euro als Belastungsfaktor für die Konjunktur.

dpa-afx MANNHEIM. Die Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung in Deutschland hat im November einen kräftigen Dämpfer bekommen. Analysten sehen neben dem hohen Ölpreis zunehmend den starken Euro als Belastungsfaktor für die Konjunktur.

Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen auf 13,9 Punkte eingebrochen von 31,3 Punkten im Vormonat. Die Experten gehen somit von einer Wachstumsverlangsamung bis Mai nächsten Jahres aus. Der Index verharrte bereits den zweiten Monat in Folge unter seinem historischen Mittelwert von 34,7 Punkten. Von AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt 29,5 Punkte erwartet.

"Die Gründe für den spürbar gestiegenen Pessimismus liegen in der erwarteten weltwirtschaftlichen Abkühlung und der jüngsten stärkeren Aufwertung des Euros, die den deutschen Außenhandel belasten dürften", teilte das ZEW mit. In Verbindung mit der weiter schwächelnden Binnennachfrage und dem hohen Ölpreis erwarteten die Experten daher mittelfristig eine Abkühlung der deutschen Konjunktur.

Euro Gibt Nach

Der Eurokurs fiel nach Bekanntgabe des ZEW-Index unter die Marke von 1,29 Dollar und kostete zuletzt 1,2 895. Am Montag hatte der Euro mit 1,2 986 sein Allzeithoch erreicht. Der Euro-Bund-Future legte leicht um 0,06 Prozent auf 116,79 Punkte zu.

"Dieser starke Stimmungsumschwung ist typisch für den Beginn eines konjunkturellen Abschwungs", sagte Chefvolkswirt Jörg Krämer von der Fondsgesellschaft Invesco. Die Investoren seien sich der seit Jahresbeginn aufgelaufenen schlechten Nachrichten bewusst geworden. Dies gelte besonders für den Ölpreis, der seit Jahresbeginn um 20 Dollar gestiegen sei und damit das deutsche Wirtschaftswachstum um einen Prozentpunkt drücke.

Der ZEW-Indikator lässt nach Einschätzung der Commerzbank zwar keinen direkten Rückschluss auf das künftige Wachstumstempo zu. Es sei normal, dass der Indikator bereits falle, bevor die konjunkturelle Dynamik ihren Höhepunkt erreicht habe. Die massive Verteuerung der Energie dürfte in den kommenden Monaten aber "sichtbare Bremsspuren" in der deutschen Konjunktur hinterlassen.

Lage Günstiger Beurteilt

Wie das ZEW weiter mitteilte, beurteilen die befragten Experten die aktuelle Konjunktursituation in Deutschland wieder günstiger. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage stieg von minus 58,9 auf minus 57,8 Punkte. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone gingen im November weiter zurück. Der Euro-Indikator verlor 15,5 Punkte und liegt nun bei 22,1 Punkten. Der entsprechende Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbessert sich von minus 26,0 Punkten auf minus 25,8 Punkte.

Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wieder.

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