ZEW-Konjunkturumfrage – Personalabbau im Osten – Höhere Beschäftigung im Westen
Dienstleister wachsen weniger dynamisch

Die Dienstleistungskonjunktur gilt als gut. Der unstete Anstieg der Umsätze hat sich allerdings im dritten Quartal fortgesetzt. Die Erwartungen sind optimistisch, dies gilt indes nur für den Westen.

ari DÜSSELDORF. Die Wachstumsdynamik der unternehmensnahen Dienstleister hat sich im dritten Quartal abgeschwächt. Die saisonbereinigte jährliche Umsatzwachstumsrate sank auf 4,4 % von 5,4 % im zweiten Vierteljahr. Dabei schneidet der Westen mit 4,9 % unverändert deutlich besser ab als der Osten (1,3 %). Dies ergab die jüngste vierteljährliche Konjunkturumfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, zusammen mit Vereine Creditreform, Neuss, bei 1 100 Dienstleistungsunternehmen.

Keine Verbesserung zeigt die Konjunkturumfrage im Vergleich zum dritten Quartal 1999. Umsätze und Erträge lägen auf dem gleichen Niveau, heißt es. Die Nachfrage sei zwar seitdem gestiegen, allerdings habe sich der Preisdruck verschärft. Die Beschäftigung habe zuletzt weiter zugenommen, jedoch schwächer als im zweiten Quartal.

Die konjunkturelle Lage bei den Dienstleistern bezeichnet das ZEW "trotz dieser Verschnaufpause als insgesamt gut". Die Unternehmen profitierten weiterhin von der hohen konjunkturellen Dynamik der gesamten deutschen Wirtschaft.

Die Erwartungen für das vierte Quartal 2000 sind laut ZEW überwiegend optimistisch. Der Großteil der Unternehmen rechne mit weiteren Zuwächsen bei Umsatz und Nachfrage. Auch die Erträge sollen sich etwas verbessern.

Die ostdeutschen Dienstleister beurteilen Umsatz-, Ertrags- und Nachfrageentwicklung im dritten Quartal weitaus schlechter als ihre Konkurrenten im Westen, schreibt das ZEW. Zudem sei der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauten, größer als der der einstellenden Firmen. Bei den Erwartungen überwiege im Osten der Optimismus nur hinsichtlich der Umsatzentwicklung. Mehrheitlich eine Verschlechterung erwarteten die Unternehmen bei ihrer Ertragslage.

Unterschiede gibt es weiterhin auch zwischen den Branchen. So sei bei EDV-Diensten, Unternehmensberatern, Fahrzeugvermietern sowie Speditionen und Lagereien der Anteil der Unternehmen besonders stark gestiegen, die seit Jahresmitte Zuwächse der Umsätze, der Nachfrage und der Beschäftigung meldeten. Nur bei den ersten drei Branchen hätten sich auch die Erträge verbessert, die bei Speditionen hingegen mehrheitlich abgenommen hätten. Weiter unter der Bauflaute leiden Architekten und technische Berater bzw. Planer. Bei ihnen hätten sich Umsätze, Erträge, Nachfrage und Beschäftigung mehrheitlich negativ entwickelt. Bei Werbeagenturen seien Umsatz und Nachfrage verhaltener gewachsen als im zweiten Quartal, zudem seien die Erträge gesunken. Dennoch habe fast die Hälfte der Agenturen ihr Personal aufgestockt.

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