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ZEW-Studie: Rückgang bei Firmengründungen gestoppt

Der seit 1999 anhaltende Rückgang bei Unternehmensgründungen in Deutschland ist nach Angaben des ...

Der seit 1999 anhaltende Rückgang bei Unternehmensgründungen in Deutschland ist nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zum Stillstand gekommen, so eine Meldung des Handelsblatts. Im Jahr 2002 seien mit rund 226 000 Unternehmen etwa so viele wie im Jahr zuvor gegründet worden, erklärte das ZEW am Mittwoch in Mannheim. Während in Westdeutschland die Zahl der Gründungen sogar leicht gestiegen sei, sei sie im Osten noch einmal gesunken. Allerdings fiel der Rückgang mit knapp 3% deutlich geringer aus als im Vorjahr. Am meisten habe der Handel, der den zweitgrößten Anteil an allen Gründungen stellt, zur Stabilisierung beigetragen, berichtete das ZEW.
In dieser Branche seien 3,5% mehr Unternehmen gegründet worden als im Jahr zuvor. Um die Entwicklung bewerten zu können, muss aber auch die Zahl der Unternehmensschließungen im Blick behalten werden. Denn wenn ein Ladengeschäft schließt, kann ein neuer Händler die Räumlichkeiten meist ohne allzu großen Aufwand beziehen. Aufgrund dieser hohen Fluktuation spiegelt die steigende Zahl neu gegründeter Firmen im Handel möglicherweise "Ersatzangebote" für Marktaustritte wider.
Im Bereich der konsumnahen Dienstleistungen - das Segment mit dem größten Anteil an allen Gründungen - blieb die Zahl der Gründungen dem ZEW zufolge nahezu stabil. Im produzierenden Gewerbe setzte sich dagegen der seit 1999 zu beobachtende Abwärtstrend fort: Die Zahl der neu gegründeten Unternehmen sank im Westen um mehr als 5 und im Osten um etwa 8,5%. Besonders stark ging die Zahl der neu gegründeten Betriebe zurück, die Datenverarbeitungsgeräte herstellen. Das lasse sich auf die schlechte konjunkturelle Situation auf dem PC-Markt zurückfuhren, erklärte das ZEW. Mit der schlechten Entwicklung der Softwarehäuser begründete das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, dass auch die Zahl der neuen Betriebe mit unternehmensnahen Dienstleistungen abgenommen hat - zumindest in Westdeutschland. In Ostdeutschland wurden 2002 ähnlich viele Unternehmen in diesem Bereich gegründet wie im Jahr 2001.
Bei den Abmeldungen nannte ein Großteil der Betriebe wirtschaftliche Gründe als Erklärung für die Aufgabe der Geschäftstätigkeit. Weniger stark fielen Standortverlegungen, eine Änderung der Rechtsform oder eine Unternehmensübergabe ins Gewicht.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 19.11.2003

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