Zhao Boya, President & CEO von Chinatex, China National Textiles Import and Export Corp.
Interview: Übernahmen in Deutschland sind wichtig

Chinatex , Chinas größter Textilhandelskonzern, hat seit Anfang der 80er Jahre eine eigene Produktion. Seit der Liberalisierung des Handels in China herrscht scharfer Wettbewerb. Der Aufbau von Marken ist schwierig, der Markt ist zersplittert. So gehen Firmen ins Ausland, um technologisch aufzurüsten. Das Ziel: Erwerb von Design, Technologie und Management. Gesucht wird die Zusammenarbeit mit europäischen und amerikanischen Markenherstellern.

Herr Zhao, Chinatex sucht Übernahmekandidaten in Deutschland. Warum ist dieser Markt für Sie so wichtig?

Chinatex ist traditionell ein Exporteur chinesischer Textilwaren. Auf dem europäischen und amerikanischen Markt haben wir schon ein eigenes Distributionsnetz aufgebaut. In Deutschland sind wir seit 1987 mit unserer Tochtergesellschaft Chinatex Europe in Hamburg präsent. Jetzt wollen wir durch die Übernahme europäischer Markenunternehmen eine vollständige Wertschöpfungskette aufbauen, die vom Design über die Produktion bis zum Vertrieb reicht. Wir wollen Markenunternehmen in Deutschland kaufen, weil es in Deutschland hervorragendes Design und fortschrittliches Management gibt.

Ihre Suche nach dem richtigen Kandidaten dauert schon länger. Ist die Auswahl so schwierig?

Wir suchen ein mittelständisches Unternehmen, dessen Jahresumsatz bei etwa 50-100 Mill. Euro liegt. Die Firmen, die wir kontaktiert haben, sind meist Familienunternehmen. Inhaber und Management sind dort oft identisch. Wenn sich die Inhaber zurückziehen geht auch das Management. Das ist schlecht für die gemeinsame Entwicklung. Deshalb suchen wir Unternehmen, bei denen Eigentümer und Manager nicht identisch sind.

Sie haben in Hamburg eine neue Importfirma gegründet. Was heißt das für Ihre Europa- und Deutschlandstrategie?

Chinatex Europe hat sich früher hauptsächlich mit dem Handel von Baumwolle, Garnen und Stoffen beschäftigt. Die neue Firma wird ein Importeur chinesischer Textilwaren sein. Wir haben deutsche Verkäufer und einen dänischen Designer eingestellt. Damit haben wir uns vom Bekleidungsexporteur zum Importeur und Einzelhändler mit Europa als Basis gewandelt.

Wie können Sie die Stärken chinesischer und europäischer Firmen miteinander verbinden?

Unsere Planung haben wir erst nach der Analyse der jeweiligen Stärke beider Standorte gemacht. In China gibt es eine riesige Kapazität für die Produktion von Kleidung. Europa ist stark im Bereich Design. Durch Im- und Export sowie durch die Expansion berühmter Marken können die beiden Stärken gut miteinander verknüpft werden.

Die Fragen stellte Markus Gärtner

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