Zidane vor Rückkehr
Frankreich braucht zwei Tore mehr

Frankreich benötigt im letzten Vorrundenspiel gegen Dänemark einen Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz für den Einzug in das Achtelfinale. Das gleiche gilt für Uruguay, das gegen Senegal antreten muss. Alle Teams haben noch Chancen auf die Plätze eins und zwei.

dpa SEOUL/BUSAN. Weltmeister Frankreich benötigt im letzten Vorrundenspiel am Dienstag gegen Dänemark einen Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz für den Einzug in das Achtelfinale. Das selbe gilt für Uruguay gegen Senegal. Somit haben noch alle vier Mannschaften Chancen auf die Plätze eins und zwei.

Mit dem Aus vor Augen sind die Nerven bei den Franzosen offenbar zum Zerreißen gespannt. Nach der enttäuschenden Nullnummer gegen Uruguay soll der Titelverteidiger seine Umkleidekabine erheblich beschädigt hinterlassen haben. Das berichtete die Zeitung "Sports Today" am Freitag unter Berufung auf Bedienstete im Stadion von Busan, nannte aber keine Einzelheiten.

Der Frust sitzt tief, und weil es am Dienstag gegen Dänemark schon um Alles oder Nichts geht, dürfte Regisseur Zinedine Zidane trotz seiner Oberschenkel-Verletzung wohl seinen Einsatz riskieren. Dann muss nach drei Stunden ohne Tor ein Sieg mit zwei Treffern Differenz heraus springen. Gelingt dies nicht, steht die erfolgsverwöhnte Elf von Trainer Roger Lemerre vor dem Ende einer Ära und muss als erster Weltmeister seit Brasilien 1966 nach der Vorrunde nach Hause.

"Gegen Dänemark heißt es: siegen oder fliegen", meinte Mittelfeldspieler Emmanuel Petit, "wenn 'Zizou' wieder spielen kann, wird er es für uns schaukeln." Petit ist nach zwei Gelben Karten jedoch ebenso gesperrt wie Stürmer Thierry Henry nach seinem Platzverweis. "Zidane muss dies mit unserer medizinischen Abteilung ausmachen, aber ich gehe davon aus, dass er auf dem Platz sein wird", sagte Abwehrspieler Vincent Candela, der den am Oberschenkel verletzten Frank Leboeuf ersetzen musste.

Der mit einem Durchschnittsalter von fast 29 Jahren in die Jahre gekommene Welt- und Europameister befindet sich sportlich und personell in einer alarmierenden Situation. Der mehr als einstündige Kraftakt mit zehn gegen elf hat zusätzliche Substanz gekostet. "Die Rote Karte war viel zu hart. Da hätte der Schiedsrichter auch gegen Uruguay einen Platzverweis aussprechen müssen", sagte Bixente Lizarazu nach der hektischen Partie, in der sich Torhüter Fabien Barthez in seinem 50. Länderspiel als großer Rückhalt erwies.

Der verkniffene und ratlos wirkende Lemerre und einige seiner Profis gaben danach Durchhalteparolen aus. "Wir haben den Teamgeist, aus dieser Situation heraus zu kommen. Wir haben unsere Chance", sagte Lizarazu. «Am Ende kann die Tordifferenz entscheiden», meinte Lemerre, der die mangelnde Trefferausbeute bemängelte. "Wir hätten in den beiden ersten Spielen sechs oder sieben Tore machen müssen, aber das Schicksal ist gegen uns", sagte Petit.

Andere blieben Realisten. "Nach dem Senegal-Spiel gab es zu viel Kritik, jetzt zu viel Lob, weil wir zu zehnt vielleicht heldenhaft wirkten. Das bringt gar nichts. Die Lage ist schlimmer als nach dem Eröffnungsspiel", sagte Kapitän Marcel Desailly am Freitag unverblümt. David Trezeguet kritisierte in der "Gazzetta dello Sport" erneut, dass Lemerre ihn als einzige Spitze aufbietet: "Wir haben die Torschützenkönige aus drei verschiedenen Ligen und treffen nicht. Der Trainer muss sich fragen, warum. Mit diesem System ist es schwierig, Tore zu erzielen, und ohne Tore gewinnt man nicht."

Der Fußball-Weltverband (FIFA) hat die folgende Kriterien für die Plazierung festgelegt:

1. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die bessere Tordifferenz aus allen Spielen, dann die Anzahl der mehr geschossenen Tore.

2. Sollten zwei oder mehr Mannschaften punkt- und torgleich sein, kommt es auf den oder die direkten Vergleiche an. Es entscheidet zuerst die größere Punktzahl aus den Spielen gegeneinander, dann die bessere Tordifferenz und schließlich die Anzahl der mehr geschossenen Tore. Gibt es dann immer noch keine Entscheidung, wird gelost.

Dies war zuletzt bei der WM 1990 in Italien der Fall, als Irland und die Niederlande nach der Vorrunde jeweils 3:3 Punkte und 2:2 Tore aufwiesen. Der direkte Vergleich endete 1:1. Irland belegte nach dem Losentscheid Platz zwei, die Niederlande trafen als Gruppen-Dritter auf Deutschland und verloren im Achtelfinale 1:2.

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