„Ziehen rechtliche Schritte in Betracht"
„Oracle-Offerte eine Zirkusnummer"

Zwischen den beiden US-Softwareanbietern bahnt sich ein Übernahmekampf an. Das Angebot von Oracle stößt bei Peoplesoft-Chef Craig Conway (Foto) auf heftige Ablehnung.

HB/dpa NEW YORK/FRANKFURT. Der US-Softwareanbieter Peoplesoft hat das feindliche Übernahmeangebot des großen Konkurrenten Oracle in scharfer Form zurückgewiesen. "Es gibt keine Summe, keine Bedingung, unter denen wir Peoplesoft an Oracle verkaufen", betonte Peoplesoft - Chef Craig Conway in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Offerte sei eine "Zirkusnummer, um Peoplesoft zu schaden und die geplante Übernahme von J.D. Edwards zu verhindern", sagte er der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Sein Unternehmen ziehe auch rechtliche Schritte in Betracht. Die Aktie des Branchenführers SAP profitierte am Freitag mit einem Plus von fast neun Prozent von der Offerte.

Peoplesoft, ein Spezialist für Internet-basierte Unternehmenssoftware, hatte die Übernahme von J.D. Edwards für 1,7 Mrd. Dollar erst wenige Tage vor dem Oracle-Vorstoß bekanntgegeben. Oracle legte für Peoplesoft am Freitag ein Angebot im Gesamtwert von 5,1 Mrd. Dollar in bar vor. Oracle-Chef Larry Ellison betonte, nach einer Übernahme sollen keine Peoplesoft - Produkte mehr an neue Kunden verkauft werden. Bestehende Kunden würden unterstützt und Elemente der Peoplesoft-Software in Oracle - Programmen verwendet werden. Zugleich räumte Ellison ein, dass auch sein Unternehmen an J.D. Edwards interessiert sei. Der Kaufvertrag von Peoplesoft solle allerdings erst nach vollzogener Übernahme geprüft werden.

Das Oracle-Angebot sei eine "bösartige, unseriöse und durchsichtige Attacke mit dem alleinigen Ziel, uns platt zu machen", bekräftigte Conway die Vorwürfe in der "WirtschaftsWoche".

Oracle ist der weltweit zweitgrößte Softwarekonzern und die Nummer zwei nach SAP bei Unternehmensanwendungen. Peoplesoft verbindet Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter mit seiner Software bei Geschäftsabläufen und J.D. Edwards ist mit seiner Software vor allem im industriellen Bereich aktiv.

Die SAP-Aktie profitierte am Freitag mit einem Plus von 8,81 % auf 107,09 ?. Eine Übernahme werde zum einen zu einer Marktbereinigung führen und zeige zum anderen, wie stark der Druck auf die Wettbewerber von SAP sei, argumentierten Händler. Am Montag gab das SAP-Papier bis zum Nachmittag wieder leicht auf gut 106 ? nach.

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