Ziel:Champions-League-Sieg und 25 Tore
Elber lässt Hoeneß abblitzen

Giovane Elber genießt die neue Wertschätzung bei Uli Hoeneß, doch auch der mächtige Manager des FC Bayern München kann den Bundesliga-Torschützenkönig nicht mehr umstimmen. "Es ist schön zu hören, dass der Manager noch weiter mit mir plant. Aber ich habe schon tausend Mal gesagt, das wird meine letzte Saison bei Bayern sein", versicherte der Brasilianer am Dienstag im Trainingslager des deutschen Fußball-Rekordmeisters in Leipzig.

HB/dpa LEIPZIG. Den Abschiedsschmerz auf Seiten der Vereinsführung und bei den Bayern-Fans will der 30 Jahre alte Stürmer mit einer letzten Super-Saison besonders groß werden lassen. Elber will Deutschland nach Auslaufen seines Vertrages am 30. Juni 2004 und insgesamt zehn Jahren als Champions-League-Sieger verlassen. "Wir wollen in Europa ganz oben stehen", verkündete er. Und auch in der Bundesliga glaubt er fest an eine erfolgreiche Titelverteidigung: "Wir sind stärker als Dortmund und Schalke." Realisieren will er die hohen Ziele mit Toren am Fließband: "Ich hoffe, ich schaffe in der Bundesliga diesmal 25." Mit 21 Treffern wurde er in der vergangenen Saison gemeinsam mit dem Neu-Hannoveraner Thomas Christiansen Torschützenkönig.

Auch in Europa sagt Elber den Topstürmern wie seinem Landsmann Ronaldo (Real Madrid) den Kampf um die Torjäger-Krone an. "Als wir 2001 die Champions League gewannen, hatte ich nur ein Tor weniger als Raùl von Real Madrid." Sein Ehrgeiz in der "Königsklasse" hat einen doppelten Grund: Einerseits will er das Vorrunden-Desaster der vergangenen Saison vergessen lassen, andererseits auch persönlich Werbung in eigener Sache machen. "Durch die Champions League kann man sich für andere Vereine empfehlen", sagte Elber, der sich aber nicht vor Dezember mit möglichen neuen Arbeitgebern beschäftigen will.

Wenn Elber seinen großen Worten Taten folgen lässt, dürfte auch der FC Bayern noch einmal mit einem neuen Millionen-Vertrag winken. "Wenn er die Leistung bringt, kann er noch fünf Jahre bleiben", hat Hoeneß angekündigt, der den Brasilianer im vergangenen Winter noch vehement kritisierte. Damals beklagte sich Elber lautstark über "fehlenden Respekt" gegenüber seiner Person. Das plötzliche Lob sei darum "schön zu hören aus dem Mund von Herrn Hoeneß".

Die Worte des Managers sind allerdings auch Kalkül. Nie zuvor waren die Bayern bei ihrem geplanten Großangriff in der Champions League auf einen Elber in Topform angewiesen. Ohne ein Druckmittel in Form des umworbenen Niederländers Roy Makaay (La Coruna) herrscht im Luxuskader des FC Bayern nur im Sturm praktisch kein Konkurrenzkampf. Elber und Claudio Pizarro sind angesichts der Verletzungsanfälligkeit von Roque Santa Cruz und Alexander Zickler zum Saisonstart erneut gesetzt. "Makaays Verpflichtung wäre für die Konkurrenzsituation optimal", hat Trainer Ottmar Hitzfeld darum betont.

Auch Michael Ballack hat das mögliche Problem erkannt. "Wenn man einen Top-Stürmer holen kann, sollte man alles versuchen", forderte der Mittelfeldspieler. Denn in der vergangenen Saison schoss das Duo Elber/Pizarro die Bayern zwar mit zusammen 36 Toren in der Bundesliga zum 18. Meistertitel, aber in der Champions League gelang den beiden Südamerikanern in sechs Spielen jeweils nur ein Tor.

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