Ziel ist engere Zusammenarbeit mit DFL: Monatlicher Finanzrapport im Profifußball

Ziel ist engere Zusammenarbeit mit DFL
Monatlicher Finanzrapport im Profifußball

Die 36 deutschen Profi-Vereine sollen nach dem Willen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) von der kommenden Saison an monatlich zum Finanz-Rapport antreten. "Wir sind entschlossen, auch im Sinne der Clubs und der gesamten Bundesliga eine Regelung zu finden, die im Ergebnis darauf hinausläuft, von allen Clubs monatlich Soll-Ist-Auswertungen zu erhalten", sagte der für Finanzen zuständige DFL-Geschäftsführer Christian Müller am Freitag.

HB/dpa LEIPZIG. Unterdessen soll das Lizenzierungsverfahren, für das die Vereine am Montag ihre Unterlagen abgeben müssen, normal weiter laufen.

"Wir halten die Gelegenheit für günstig, die Clubs für eine noch engere Zusammenarbeit zu gewinnen", sagte Müller. Im Fall des 1. FC Kaiserslautern habe die DFL gesehen, dass es nicht einfach ausreiche, wenn ein Club die Lizenzauflagen erfülle und dann für fast ein Jahr keinerlei laufende Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung abgebe. Zuerst müsse sich die DFL aber mit den Vereinen zusammensetzen. "Ein Termin ist noch nicht gefunden", erklärte DFL - Pressesprecher Tom Bender. Die Gespräche könnten auch erst im Juli oder August durchgeführt werden. "Ich kenne das noch nicht", sagte Bayern Münchens Vorstandsmitglied Karl Hopfner. Wichtig sei aber die Frage, in welchem Umfang diese Auswertungen gemacht werden müssten. Denn: "Jeder Bericht kostet Geld."

Frühwarnsystem ermöglicht dauernde Kontrolle

Die Kontrollmechanismen sind nach Meinung von DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub unzureichend, wenn ein Verein erst einmal die Lizenz ohne Auflagen bekommen hat. Mit dem möglichen neuen "Frühwarnsystem" (Straub) würde eine permanente Überprüfung des Finanzgebarens der Clubs gewährleistet.

Obwohl Finanz-Geschäftsführer Müller meint, die 290 Millionen Euro TV-Gelder stünden "außer Frage", könnte die angespannte Situation bei manchem Verein in der neuen Spielzeit auch wieder bedrohliche Züge annehmen. Zumal die Bundesligisten beispielsweise an die Musikrechte- Verwertungsgesellschaft GEMA pro Saison nun 750 000 statt 200 000 Euro zahlen sollen und sich auch die TV-Einnahmen für die Top-Vereine in der Champions League um schlimmstenfalls bis zu 40 Prozent verringern könnten.

"Es ist einfach sicherer", so DFL-Pressesprecher Bender, "ein funktionierendes Lizenzierungssystem muss sich immer bewegen. Es muss immer auf Einflüsse reagieren können." So wäre die DFL beispielsweise über Entwicklungen wie beim 1. FC Kaiserslautern, der kurz vor dem finanziellen Aus stand, und den Verlust von 12,5 Millionen Euro beim Hamburger SV ständig informiert.

Clubs versuchen Kosten zu senken

Derweil sieht HSV-Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann für die Erteilung der Lizenz zwar ebenso wie fast alle anderen Bundesligisten keine Probleme. Ein weiteres Jahr mit solchen Zahlen könne sich der HSV aber nicht leisten. Daher will der Club die Gehälter von 25 auf 21 Millionen Euro senken. Geld sparen will der VfB Stuttgart, den derzeit eine Schuldenlast von 16,6 Millionen Euro drückt, durch die Auflösung oder Umwandlung des hoch dotierten Vertrages mit Krassimir Balakow. Der Spielmacher soll nach dieser Saison ins Management wechseln. "Ich bin überzeugt, dass die Situation dazu führen kann, dass im Bereich Kosten, speziell beim Personal, defensiver gefahren wird", so Bender.

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