Ziel ist Sicherung der Marktführerschaft
Sparkassen-Strategie setzt auf gefestigten Verbund

Die deutsche Sparkassen-Finanzgruppe bereitet sich mit einer umfassenden Strategie auf die strukturellen Herausforderungen der Kreditwirtschaft vor.

vwd WASHINGTON. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Dieter Hoppenstedt, stellte am Sonntag in Washington am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank die neue "Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe" vor. Mit einem langfristig angelegten Programm sollen das Ertragspotenzial ausgeschöpft, die Kosten gesenkt und der Verbund von Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen, DekaBank und der öffentlichen Versicherungen neu organisiert werden.

Ziel sei, die "Marktführerschaft der rund 700 Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe" in Deutschland langfristig zu sichern. Die Strategie baue auf einer "schonungslosen betriebswirtschaftlichen Analyse" auf, sagte der Sparkassenpräsident. Teil der Strategie sei, die Betriebsergebnisse deutlich zu steigern. Erstmals würden dazu auf Ebene der gesamten Organisation, also über einzelne Häuser hinaus, verbindliche quantitative Geschäftsziele gesetzt. Bei den Sparkassen solle eine Eigenkapitalrentabilität von "mindestens 15 Prozent vor Steuern" und eine "Aufwand-/Ertragsrelation von unter 60 Prozent" erreicht werden.

Die Strategie zielt dabei auf die Arbeitsteilung im Verbund: Künftig sollen die Verbundunternehmen enger an die Seite der Sparkassen rücken. Bei den Landesbanken wurden 14 Geschäftsfelder definiert, in denen diese Produktenentwicklungs- und-abwicklungsfelder für die Sparkassen bündeln sollen. Bei den öffentlichen Versicherungen und den Landesbausparkassen soll der gemeinsame Marktauftritt verbessert werden. Dazu sagte Hoppenstedt: "Wir haben vereinbart, dass auf dieser Basis jetzt in den Regionen aktuelle Verbundvereinbarungen abgeschlossen werden."

Die DekaBank erhalte eine subsidiäre Zuständigkeit immer dann, wenn die jeweilige Landesbank ein Produktfeld nicht anbieten kann oder will. Bei dieser Zusammenarbeit gehe es immer um selbständige Sparkassen und zuliefernde Landesbanken. Vertikale Fusionen von Sparkassen und Landesbanken gehörten nicht zu dieser Strategie. Bei vertikalen Fusionen, die nicht verboten seien und sich nach Landesgesetzgebung zu orientieren haben, drohe immer die Gefahr des Verlustes des örtlichen Bezugs, ein Asset der Sparkassen.

Zum Programm gehöre ferner eine weitere Zusammenarbeit von Aufgaben und Unternehmen des Verbundes, dabei gehe es um die Bereiche Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung, Kartengeschäft, Kreditabwicklung, Corporate Finance, Rating-Service, Mahn- und Inkassowesen sowie Stabsfunktionen und Einkauf, heißt es im Strategiepapier weiter. Als Endziel nach mehreren Zwischenschritten nannte Hoppenstedt jeweils eine Einheit für jede Entwicklungs- und Abwicklungsaufgabe. Gleichzeitig solllen die Sparkassen im Vertrieb nachhaltig gestärkt werden.

Als strategische Geschäftsfelder definiert die Strategie bei den Privatkunden das Wertpapiergeschäft, die betriebliche Altersversorgung und die private Altersvorsorge sowie bei den Firmenkunden Corporate Finance, Leasing, das Auslandsgeschäft sowie das Firmenkundenportal für den Online-Vertrieb. Hierzu sollen bis zu 20 Prozent der Mitarbeiter in Sparkassen aus den Abwicklungs- und Stabsbereichen abgezogen und in der Beratung eingesetzt werden.

Wie der Sparkassenpräsident dazu weiter ausführte, streben die Sparkassen in den kommenden Jahren Kostensenkungen um rund zehn Prozent an, um die betriebswirtschaftlichen Ziele zu erreichen, "dazu gehört auch der Personalbereich". Durch "sozial verträgliche Maßnahmen wie die Nichtbesetzung frei werdender Stellen oder Teilzeitangebote soll zudem die Zahl der Mitarbeiter schrittweise reduziert werden.

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