Ziele bekräftigt
Karstadt-Quelle verringert Verlust im Halbjahr

Europas größter Waren- und Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle kommt mit seiner Restrukturierung zügig voran. Wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte, wird für das Gesamtjahr weiter mit einer Steigerung des Vorsteuerergebnisses um 25 % gerechnet.

Reuters ESSEN. Im ersten, traditionell schwachen Halbjahr verringerte sich der Verlust vor Ertragssteuern auf 40,9 Mill. ? von 49,5 Mill. ? im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Enttäuschend sei der Quelle-Universalversand. Der Konzernumsatz sei aber trotz der "spürbar rückläufigen Konsumneigung in Deutschland" um 4,3 % auf 7,5 Mrd. ? gestiegen. Die Aktie legte notierte am Dienstagmittag in einem behaupteten Gesamtmarkt 0,3 % fester bei 35,90 ?. Analystin Susanne Schneemayer von der Hypo-Vereinsbank bewertete den Zwischenbericht von karstadt positiv. Die Restrukturierung im Warenhausbereich komme offenbar gut voran. "Dagegen ist das Versandhandelgeschäft enttäuschend." Dieser Bereich habe vier Managementwechsel seit 1998 verkraften müssen.

Das Unternehmen selbst, Europas zweitgrößter Versandhändler nach dem Otto-Versand, nannte den Quelle-Universalversand enttäuschend. Der Versandhandel insgesamt kam mit 3,73 Mrd. ? auf 0,9 % mehr Umsatz. Das Ergebnis vor Ertragssteuern sank aber hier auf 1,4 Mill. ? von 23,3 Mill. ?. Dafür sei allein der Quelle-Universalversand verantwortlich, erklärte der Konzern. Im zweiten Halbjahr 2000 habe vor allem das Textilsortiment nicht die Kundenwünsche getroffen, dies sei noch zu spüren. Im zweiten Halbjahr 2001 werde Quelle "sukzessive seine temporäre Schwäche überwinden".

Die Quelle- und Neckermann-Hauptkataloge, die rund 80 % des Bereichs ausmachen, erbrachten 3,6 % weniger Umsatz, während die Spezialkataloge um 28,1 % zulegten.

Beim Internethandel gut zugelegt

Karstadt-Quelle setze zunehmend auf den Handel per Internet, das durch seine "überragende Reaktionsgeschwindigkeit" erhebliche Vorteile im Vergleich zum klassischen Vertriebsweg des gedruckten Katalogs habe. Beim Internet-Handel habe sich der Umsatz bei den rund 45 Portalen um 125 % auf 356 Mill. ? gesteigert. Hier gebe es weiterhin "hohe Entwicklungspotenziale". Quelle und Neckermann wickelten bereits mehr als zehn Prozent ihrer Nachfrage im Internet ab.

Analystin Schneemayer sagte, die E-Business-Aktivitäten seien positiv zu bewerten. KarstadtQuelle habe die Infrastruktur für erfolgreichen Internet-Handel, der hohe Flexibilität biete.

Insgesamt sieht sich der Konzern trotz des eingetrübten Einzelhandelsklimas auf einem guten Weg. Sofern sich die Rahmendaten nicht unerwartet verschlechterten, werde der Konzern "der konjunkturellen Flaute aus eigner Kraft nachhaltig begegnen", indem die Restrukturierung vorangetrieben werde.

Im Warenhaus-Bereich erzielte Karstadt-Quelle einen unveränderten Umsatz von 3,15 Mrd. ?, konnte aber den Verlust um 26,4 % auf 70,5 Mill. ? verringern. Traditionell macht der Bereich erst im zweiten Halbjahr Gewinne.

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