"Ziele erreicht"
Auftragsbestand bei EADS steigt auf Rekordniveau

Der Luft- und Raumfahrtkonzern verbuchte 30 Prozent mehr Aufträge als noch vor Jahresfrist.

Reuters MÜNCHEN. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat im vergangenen Jahr einen Rekord beim Auftragsbestand verbucht. Zum Jahresende habe der Konzern Aufträge für 133 Mrd. Euro in den Büchern gehabt, 30 % mehr als vor Jahresfrist, teilte die EADS am Freitag mit. Der Auftragseingang stieg den Angaben zufolge im Vergleich zu den Pro-Forma-Zahlen des Vorjahres um 50,8 % auf 49,3 Mrd. Euro. Angesichts der Rekorde sei EADS sehr zuversichtlich, ihre mittelfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen, wenn nicht sogar zu übertreffen, hieß es.

Bereits am Donnerstag hatte der weltweit drittgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern einen Umsatzanstieg von 7,3 % auf 24,2 Mrd. Euro für 2000 veröffentlicht und damit die eigenen Prognosen von einem Plus von sieben Prozent leicht übertroffen. "Wir haben unsere zum Zeitpunkt des Börsengangs gesetzten Ziele erreicht und werden dies auch in 2001 fortsetzen", erklärten die beiden Co-Vorstandschefs der EADS, Rainer Hertrich und Philippe Camus gemeinsam. Früheren Angaben zufolge will die EADS bis zum Jahr 2004 eine operative (Ebit-)Marge von acht Prozent erreichen.

Ergebniszahlen will die EADS auf der für den 19. März geplanten Bilanzpressekonferenz nennen. Hertrich hatte im Dezember aber prognostiziert, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde im Jahr 2000 über dem um Sondererträge bereinigten Ergebnis des Vorjahres von 1,245 Mrd. Euro liegen.

Mit gut 60 % macht das Airbus-Flugzeuggeschäft, an dem die EADS mit 80 % beteiligt ist, den größten Teil des Konzernumsatzes aus. Demnach stieg der bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern konsolidierte Umsatz um 17,5 % auf 14,9 Mrd. $. Bereits im Januar hatte die Anfang des Jahres von einem Konsortium in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Airbus einen Rekordumsatz von 17,2 Mrd. $ (rund 19 Mrd. Euro) verkündet. Insgesamt beträgt der Auftragsbestand bei Airbus den Angaben zufolge 1 626 Flugzeuge und deckt damit fünf Jahre Arbeit ab. Die restlichen 20 % an Airbus hält der britische Rüstungskonzern BAe Systems.

Bei der Sparte Verteidigung und Zivile Systeme verzeichnete die EADS allerdings einen Umsatzrückgang von 24 % auf 2,9 Mrd. Euro. Das sei vor allem auf die Dekonsolidierung eines Joint Ventures mit dem kanadischen Telekomanbieter Nortel zurückzuführen, heiß es. Auf vergleichbarer Basis sei der Umsatz gleich geblieben. Hertrich hatte im Dezember einen Verlust von voraussichtlich 62 Mill. Euro in 2000 und Stellenstreichungen über den bereits erfolgten Abbau von 1 500 Arbeitsplätzen hinaus in diesem Bereich angekündigt. Trotz des schwierigen Marktumfeldes angesichts sinkender Verteidigungsbudgets habe sich die Sparte aber noch gut behauptet, hieß es in der Mitteilung.

Der Bereich Aeronautics, in dem auch das Hubschraubergeschäft der EADS-Tochter Eurocopter eingerechnet ist, wies ein Umsatzplus von knapp zehn Prozent auf 4,7 Mrd. Euro aus. Darin seien die bedeutenden Militäraufträge der vergangenen Jahre für die Hubschrauber Tiger, NH90 oder den Kampfflieger Eurofighter noch nicht enthalten, erklärte die EADS. Der Umsatz der Space-Division kletterte leicht um 0,7 % auf 2,5 Mrd. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%