Zielgruppe: Mütter und Teenager
Das Wegwerf-Handy aus dem Supermarkt

Es ist so klein wie eine Telefonkarte, so dick wie drei Kreditkarten und soll umgerechnet um die 20 DM kosten: Im Sommer kommt das Wegwerf-Handy in den USA auf den Markt. Das "Phone-Card-Phone" soll in Supermärkten und Modeläden verkauft werden - wahrscheinlich auch in Fast-Food-Restaurants. Zielgruppe seien Teenager, Mütter und alte Leute, sagt Erfinderin Randice-Lisa Altschul. "Wir stoßen damit in eine riesige Marktlücke. Investoren aus aller Welt stehen bei uns Schlange."

afp NEW YORK. Die New Yorker Geschäftsfrau ist beim Telefonieren mit ihrem herkömmlichen Handy auf die Idee gekommen: "Mein Gesprächspartner war auf einmal weg, und ich hätte das Handy am liebsten aus dem Autofenster geschmissen", erzählt Altschul. Zur Verwirklichung ihrer Idee nutzte sie ein Patent ihrer Firma Dieceland Tech Corp (DTC): Eine elektrisch leitende Substanz wird auf Recycling-Papier aufgetragen, so dass Schaltkreise entstehen. Das "Phone-Card-Phone" soll mit einem Ohrstöpsel und einem Mini-Mikronfon verkauft werden. 60 Minuten soll der Käufer damit telefonieren können. Entweder wirft er das Handy dann in den Müll - oder lädt es per Kreditkarte wieder auf. 100 Mill. Bestellungen lägen bereits vor, versichert DTC. 300 Mill. Wegwerf-Handys will die Firman im ersten Jahr produzieren.

Das große Geschäft mit dem Mini-Mobiltelefon erwartet auch die kalifornische Firma Telespree. Denn: "60 % aller Leute in den USA haben immer noch kein Handy", sagt Firmenchef Alon Segal. «Unsere Erfindung wird das ändern.» Das in San Francisco ansässige Unternehmen hat sein Wegwerf-Handy "Airclip TM" getauft. Es soll so groß wie eine kleine Fernbedienung sein und auf Zuruf wählen.

"Stellen Sie sich vor, Sie geben Ihrem achtjährigen Kind das Handy in die Hand, damit es Sie anruft, wenn die Schule aus ist. Alles, was es tun muss, ist zu sagen: Ruf zu Hause an!" Das Modell "Airclip" soll nur einen einzigen An- und Aus-Knopf auf der Vorderseite haben, auf der Rückseite sitzt eine Batterie. 30, 60, 90 und 120 Minuten Gesprächszeit sind möglich. Die gewünschten Telefonnummern soll das Gerät ebenfalls auf Zuruf wählen. Einen Nachteil - oder Vorteil - haben die Wegwerf-Handys allerdings: Man kann auf ihnen nicht angerufen werden.

Kommentar: Noch mehr Kommunikationsmüll

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