Zielvorgaben der Sparte Kraftfahrzeugtechnik nicht erreicht
Bosch konnte Umsatz deutlich steigern

Trotz magerem Ergebnis der Kraftfahrzeugtechnik Sparte, konnte das Industrieunternehmen seinen Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 12 % steigern.

dpa-afx STUTTGART. Der Industrie-Riese Bosch hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Mit dem Ergebnis vor allem der Sparte Kraftfahrzeugtechnik zeigte sich das Unternehmen hingegen weniger zufrieden. "Dort erreichen wir unsere Zielvorgaben noch nicht", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Hermann Scholl, am Mittwochabend im Gespräch mit Stuttgarter Wirtschaftsjournalisten. Genaue Angaben zum Gewinn (Vorjahr: 900 Mill. DM) machte Scholl nicht. Die Umsatzerlöse kletterten 2000 nach vorläufigen Zahlen um 12 % auf 61 Mrd. DM. Für 2001 wird auf Grund der Konjunkturabschwächung ein internes Wachstum von 5 % erwartet.

Bosch plant künftig vor allem außerhalb der Fahrzeugtechnik weiter zu wachen. "Wir werden den Sektor nicht vernachlässigen, sind aber durchaus interessiert, den Anteil am Umsatz eher wieder zu verringern", sagte Scholl. Gerade im Bereich der Gebrauchsgüter, zu dem auch Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge gehören, schließe er weitere Akquisitionen außerhalb Europas nicht aus. Die Kfz-Technik hatte Vorjahr 71 % des Umsatzes erwirtschaftet; Bosch rückte nach Scholls Angaben zum zweitgrößten Automobilzulieferer der Welt nach dem amerikanischen Konkurrenten Delphi auf.

Bosch investierte eine Milliarde in neue Fertigungssysteme

Durch hohe Vorleistungen in die neue Diesel-Einspritztechnik seien beim Ergebnis der Sparte jedoch gegenläufige Effekte festzustellen. Bosch investierte seit 1996 jährlich rund eine Milliarde DM in neue Fertigungssysteme. "Diese Mittel müssen innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes wieder eingespielt werden", sagte Scholl. Diesel-Pkw erwiesen sich im vergangenen Jahr als Renner: Fast jeder dritte neu zugelassene Personenwagen in Europa war ein Selbstzünder. "Jetzt ist die 40-Prozent-Marke nicht mehr fern."

Die Preiserwartungen der Automobilhersteller machten dem Unternehmen nach einem Jahrzehnt anhaltender Senkungen von jährlich zwei bis drei Prozent große Sorgen, sagte der 65 Jahre alte Manager. Scholl kritisierte auch den zum Jahresanfang einseitig verkündeten Preisabschlag von fünf Prozent durch den neuen Chrysler-Chef Dieter Zetsche. "Ich bin überzeugt, dass wir uns einigen werden, aber das braucht Zeit." Es bestehe aber "kein Kriegszustand" zwischen Bosch und DaimlerChrysler, eine solche Konfrontation sei "künstlich herbeigeredet" worden.

Ein Drittel des Umsatzes mit Wechselkurseffekten erzielt

Ein Drittel seines Umsatzwachstums erzielte Bosch mit Wechselkurseffekten. Die Auswirkungen von Konsolidierungen von Unternehmensteilen machten einen Prozentpunkt aus: Der Kauf des japanischen Zulieferers Zexel kompensierte Ausfälle durch den Verkauf eines Großteils des Telekomgeschäfts mit Handys und Netzen. "Wir haben mit dem Verkauf der Kommunikationstechnik eine Verlustquelle der letzten Jahre geschlossen", sagte Scholl. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland ging dadurch auf 90 000 zurück. Weltweit beschäftigte Bosch zum Jahresende rund 200. Menschen.

In Abstatt (Kreis Heilbronn) will das Unternehmen bis 2003 ein neues Entwicklungszentrum mit 2 000 Mitarbeitern ansiedeln, die zur Hälfte neu eingestellt werden. Der Betrieb des neu aufgestellten Geschäftsbereichs Automationstechnik soll noch im ersten Quartal unter dem Namen Bosch Rexroth AG anlaufen. Bosch hatte Rexroth aus dem gemeinsam mit Siemens abgewickelten Kauf der Mannesmann-Industriesparte Atecs übernommen.

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