Zigarettenabsatz legt zu
Reemtsma will durch Zukäufe in Asien wachsen

Reemtsma will in Asien und Osteuropa zulegen. Der Reingewinn stieg auf 435,5 Mill. DM. In Europa wird der Zigarettenkonzern stärker vor den Gefahren des Rauchens warnen.

Reuters HAMBURG. Mit weiteren Unternehmenszukäufen wollen die Hamburger Reemtsma Cigarettenfabriken ihre Position als Nummer vier am weltweiten Zigarettenmarkt festigen. Dafür stünden umfangreiche finanzielle Mittel bereit, sagte Vorstandschef Thierry Paternot am Donnerstag. Konkrete Pläne nannte er nicht.

Reemtsma wolle vor allem in Osteuropa, und dort in Russland, sowie in Asien expandieren. Das Auslandsgeschäft werde sich 2000 wiederum stärker als das Inlandsgeschäft entwickeln. Im vergangenen Jahr war der Überschuss mit 18 % deutlich stärker als der Umsatz gewachsen, der um acht Prozent zulegte.

Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Paternot einen Umsatz- und Absatzzuwachs in ähnlicher Größenordnung wie 1999 und eine entsprechende Steigerung des Konzernjahresüberschusses an. Der Gewinn soll diesmal also proportional zum Umsatz steigen. Während in Westeuropa nur noch geringes Wachstum zu erzielen sei, werde das Engagement in Osteuropa und Asien weiter zunehmen. Aus dieser Konstellation ergäben sich allerdings auch höhere unternehmerische Risiken.

Der Reingewinn erhöhte sich im vergangenen Jahr um 66,2 Mill. oder 18 % auf 435,5 Mill. DM, während der Umsatz (ohne Tabaksteuer) um rund 380 Mill. oder 8,4 % auf 4,8 Mrd. DM zunahm. Der Zigarettenabsatz erhöhte sich dabei um sechs Prozent auf 137,2 Mrd. Stück. Die Umsatzrendite vor Steuern lag bei 15 %, und die Rendite des eingesetzten Kapitals wurde mit 28 % eingegeben.

Reemtsma setzt auf Dialog mit der EU

Im Streit um Werbe- und Produkteinschränkungen für die europäische Zigarettenindustrie erklärte sich Reemtsma zum Dialog mit der EU-Kommission und den nationalen Regierung bereit. Dazu müssten aber vernünftige Vorschläge vorliegen, die nicht auf "eine kalte Prohibition" hinausliefen. Welche Folgen solche Produkteinschränkungen hätten, habe sich in der Vergangenheit oft und deutlich gezeigt, sagte Paternot. Ebenso wenig dürften Vorschläge der EU-Kommission dazu führen, dass Arbeitsplätze der Zigarettenindustrie in Länder außerhalb der Europäischen Union abwanderten.

In einer Positionsbeschreibung zu den Gefahren des Rauchens erklärt Reemtsma unter anderem: "Es kann sehr schwer fallen, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber Mill. Menschen haben es geschafft." Das zeige sich auch daran, dass es genau so viele Ex-Raucher gebe wie Raucher.

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