Zigarettenhersteller akzeptieren Regierungspläne

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Zigarettenhersteller akzeptieren Regierungspläne

Die deutsche Zigarettenindustrie will zu Gunsten ihres Ansehens in der Öffentlichkeit die Pläne der Bundesregierung akzeptieren, Jugendlichen den Zugang zum Rauchen zu erschweren.

rtr HAMBURG. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Cigarettenindustrie, Ernst Brückner, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Berlin: "Wenn wir uns unserer Angriffsflächen des Rauchens Jugendlicher durch eine solche Maßnahme entledigen können, ist uns das ein paar Mrd. Zigaretten durchaus wert." Brückner machte klar, dass alle Zigarettenhersteller wegen ihres Images bereit wären, auf eine Teil ihres Absatz zu verzichten.

Die Bundesregierung will Jugendlichen den Zugang zu Zigaretten erschweren und zieht als eine Möglichkeit in Betracht, an Zigarettenautomaten nur noch die Bezahlung mit Geldkarten zuzulassen. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll auf Geldkarten ein neuer Computerchip installiert werden, auf dem das Alter des Karteninhabers gespeichert ist. Dann könnte niemand Zigaretten ziehen, der noch keine 16 Jahre alt ist. Das Familienministerium stimmt sich dazu nach eigenen Angaben derzeit mit den Bundesländern ab. Dabei gehe es darum, das Jugendschutzgesetz so zu novellieren, dass das Rauchverbot für Jugendliche unter 16 Jahren auch umgesetzt werde, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Der Zigarettenverband widersprach der Darstellung, dass Zigarettenwerbung auf Jugendliche ziele. Brückner räumte allerdings ein, dass mit der Werbung ein Lebensgefühl vermittelt wird, dass auch Jugendliche anspreche. "Dass wir versuchen, ein Lebensgefühl des Rauchers zu zeigen, der diese Verhaltensweise für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv zeigt, ist Teil des Werbeauftrages. Aber mit Sicherheit ist er nicht auf Jugendliche gezielt", betonte Brückner. Seinen Angaben zufolge ist noch unklar, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Pläne der Bundesregierung für die Branche hätten.

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