Zinni kehrt zurück
Gewalt In Nahost geht weiter

Erneut gab es einen palästinensischen Anschlag, bei dem fünf Israelis starben. Die israelische Armee rückte unterdessen auf Bethlehem vor, wobei zwei Palästinenser starben.

dpa/afp JERUSALEM/GAZA/WASHINGTON. Die seit Tagen anhaltende Welle der blutigen Gewalt im Nahen Osten hat erneut Opfer auf beiden Seiten gefordert. Bei einem neuen palästinensischen Terroranschlag auf die jüdische Siedlung Atzmona im Gazastreifen wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks am Donnerstagabend fünf Israelis getötet und 23 weitere verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die radikale Hamas-Organisation.

Israel reagierte wie in den Tagen zuvor mit groß angelegten Militäraktionen. Dabei wurde anderem ein palästinensischer Sicherheitschef im südlichen Gazastreifen in seinem Auto erschossen. Außerdem wurde das Polizeihauptquartier in Gaza wieder von Raketen getroffen.

Zwei weitere Palästinenser wurden im Westjordanland getötet. Nach palästinensischen Angaben wurden beim Vormarsch der israelischen Armee in mehrere autonome Palästinenserstädte bislang 16 Personen verletzt.

Angesichts der Welle der Gewalt und der hohen Opferzahlen will US- Präsident George W. Bush den Sonderbeauftragten für den Nahen Osten, Anthony Zinni, zu einer Vermittlungsmission in die Region senden. Die USA wollten alles unternehmen, um der israelischen Regierung und der Palästinenserbehörde zu helfen, ihrem Volk Hoffnung zu geben, versicherte Bush in Washington. Zinni war von seinen jüngsten Vermittlungsbemühungen Anfang Januar ergebnislos nach Washington zurückgekehrt.

Zwei Palästinenser bei Armeevormarsch bei Bethlehem getötet

Beim Vormarsch der israelischen Armee auf zwei Flüchtlingslager bei Bethlehem im Westjordanland sind am Freitagmorgen zwei weitere Palästinenser getötet worden. Im Flüchtlingslager Aida wurde nach palästinensischen Krankenhausangaben ein 20-jähriges Mitglied der radikalen Volksfront zur Befreiung Palästines (PFLP) getötet. Im Lager Dheische wurde ein 17-jähriges Mitglied der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat erschossen. In der Nacht war im Camp Aida ein 33-jähriger Polizist getötet worden. Seit Donnerstagabend wurden bei israelischen Angriffen in den Autonomiegebieten insgesamt mindestens 24 Palästinenser getötet, unter ihnen erstmals seit Beginn der Intifada im September 2000 auch ein UN-Mitarbeiter.

Die Armee war am frühen Morgen nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte mit etwa 20 Panzern in die beiden Flüchtlingslager eingerückt. Daraufhin kam es zu Schusswechseln mit bewaffneten Palästinensern. In der Nacht hatte die Armee ihre Offensive in den Autonomiegebieten mit unverminderter Härte fortgesetzt.

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