Zinsängste dominieren Börsengeschehen
Uneinheitliche Tendenzen an europäischen Börsenplätzen

Zürich, Paris, Mailand, Amsterdam und Stockholm tendieren trotz der Nasdaq-Verluste vom Freitag freundlicher; London, Brüssel, Madrid und Wien hingegen geben nach.

Reuters. Die europäischen Börsen haben sich zu Wochenbeginn uneinheitlich präsentiert. Trotz der herben Nasdaq-Verluste vom Freitag kam es nach Händlerangaben an einigen Aktienmärkten zu kursgünstigen Anschaffungen insbesondere in den Bereichen Telekommunikation und Hochtechnologie. An anderen Börsen dominierten weiterhin Zinsängste das Geschehen, was Händler zu Verkäufen und zu Zurückhaltung veranlasst habe. Die Umsätze blieben meist sommerlich gering.

Nach der Bekanntgabe unerwartet kräftiger US-Wachstumszahlen hatte der New Yorker Aktienmarkt am Freitag nachgegeben und bei außerordentlich starken Nasdaq-Verlusten tiefer geschlossen. Händlern zufolge wurde der Technologiesektor neben der Belastung durch Zinssorgen auch durch eine Reihe von Gewinnwarnungen gedrückt. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index schloss 4,66 % tiefer auf 3662,99 Zählern. Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte fiel 74,96 Punkte oder 0,71 % auf 10 511,17 Zähler, und der marktbreitere S&P-500-Index verlor 2,05 % auf 1419,91 Zähler.

Der S&P-Future signalisierte mit einem Plus von 4,70 Punkten am frühen Nachmittag einen freundlichen Trend an der Wall Street. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz stieg um 0,20 % auf 4832 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) kletterte um 0,26 % auf 5074 Punkte.



London - FTSE-Index wegen TMT-Aktien tiefer

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index bis zum frühen Nachmittag um 0,6 % auf 6296 Punkte gesunken. Nach der schlechten Vorgabe der US-Computerbörse Nasdaq seien insbesondere Aktien aus dem Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) unter Druck geraten, sagten Händler. Bei den Telekomwerten brachen Thus um 19,6 % ein. Das Unternehmen hatte zuvor seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt und einen hohen Betriebsverlust ausgewiesen. Energis fielen um 10,5 % und Colt Telecom um 5,9 %. Von den Finanztiteln erhielt das britische Börsenbarometer dagegen ein wenig Unterstützung. HSBC stiegen um 1,2 %, nachdem die Bank einen unerwartet hohen Halbjahresgewinn vorweisen konnte.



Zürich - SMI-Index bei ruhigem Geschäft behauptet

Die Schweizer Börse hat sich wenig verändert gezeigt. Händler verwiesen dabei vor allem auf den Schweizer Nationalfeiertag am Dienstag, den viele Marktteilnehmer zu einem verlängerten Wochenende nutzten. Der Handel verlaufe denn auch bei moderaten Umsätzen relativ ruhig, hieß es. Da der SMI-Index zudem ein Index der "old economy" sei, zeige er sich auch wenig beeindruckt von den kräftigen Abgaben der US-Technologiebörse Nasdaq. Der SMI notierte am frühen Nachmittag 0,25 % höher auf 8017 Punkten.



Paris - CAC-Index leicht im Plus

In Paris präsentierte sich die Börse am frühen Nachmittag gut behauptet, der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen stieg um 0,26 % auf 6433 Punkte. Die indexschwergewichtigen France Telecom erhöhten sich um 1,3 %. Das Telekomunternehmen zählt mit seinem deutschen Partner Mobilcom zu den Bietern für eine der begehrten UMTS-Lizenzen in Deutschland, die an diesem Montag in Mainz versteigert werden. Der Telekomausrüster Equant kletterte um 2,8 %. Hintergrund der Kursaufschläge seien Gerüchte gewesen, wonach die britische Cable & Wireless Interesse an einem Kauf von Equant habe, sagten Händler.



Mailand - MÍB-30-Index mit freundlicher Tendenz

Freundlich präsentierte sich die Mailänder Börse am frühen Nachmittag. Der MIB-30-Index gewann 0,4 % auf 46 055 Zähler. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Aktien von Falck, die um knapp 15 % in die Höhe sprangen. Der Lebensmittel- und Energiekonzern Compart hatte am Sonntagabend bekannt gegeben, ein freundliches Übernahmeangebot für Falck von neun Euro je Aktie unterbreiten zu wollen. Compart legten um 3,2 % zu.



Madrid - Ibex-Index von Zinsängsten belastet

An der Börse in Madrid gab der 35 Werte umfassende Ibex-Index bis zum frühen Nachmittag um 1,2 % auf 10 432 Punkte nach. Händler sagten, dass Zinsängste den Markt belastet hätten. Indexschwergewicht Telefonica verbilligte sich um 2,8 %, nachdem seine Internet-Tochter Terra Networks seine Halbjahresergebnisse vorgelegt hatte und einen Nettoverlsut von umgerechnet rund 320 Mill. DM ausgewiesen hatte. Terra brachen an der Börse um 5,7 % ein.

Amsterdam - AEX-Index trotz Nasdaq-Rutsch freundlich

An der Amsterdamer Börse sind die Kurse trotz der schwachen Nasdaq-Vorgabe gestiegen. Der AEX-Index kletterte bis zum frühen Nachmittag um 0,5 % auf 667,50 Punkte. Händler sprachen von kursgünstigen Anschaffungen. Nach den jüngsten Verlusten hätten insbesondere die Kurse bei den Technologiewerten nun wieder ein attraktives Niveau erreicht, was die Börsianer zu Käufen veranlasst habe, hieß es. Im Hochtechnologiebereich erhohlten sich ASM Lithography um 2,5 %. KPN verbesserten sich um 0,6 %. Das Unternehmen hatte zuvor bekannt geben, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Perot Systems Corp im Softwarebereich gründen zu wollen.



Wien - ATX-Index etwas leichter

Die Wiener Börse hat nach freundlicher Eröffnung am frühen Nachmittag etwas leichter tendiert. Der 21 Werte umfassende ATX notierte bei 1132 (1139,08) Punkten. Händler sprachen von einem ruhigen und umsatzarmen Geschäft. Leichtes Interesse gebe es nach wie vor in Bank Austria, die knapp eine Woche nach Bekanntgabe der Übernahme durch die HypoVereinsbank AG mit 59,90 (59,80) Euro behauptet tendierten. Fester gesehen wurden Mayr-Melnhof mit 49,20 (47,50) Euro vor CyberTron mit 26,00 (25,50) Euro und Flughafen Wien mit 35,75 (35,35) Euro. ATX-Kursverlierer waren vorerst RHI mit 22,20 (22,90) Euro, vor Brau-Union mit 50,65 (52,00) Euro und Wolford mit 29,20 (29,80) Euro.



Brüssel - BEL20-Index im Abwärtssog

In Brüssel ermäßigte sich der Bel20-Index bis zum frühen Nachmittag um 0,35 % auf 3048 Punkte. Von 20 gehandelten Werten notieren acht höher, elf niedriger und einer unverändert. Zu den Verliereren gehörten UCB, die sich um 0,6 % verringerten. Das Investmenthaus KBC Securities hatte zuvor seine Bewertung für die Aktie des Chemie- und Pharmaunternehmens gesenkt. Händler sprachen von einem insgesamt richtungslosen Geschäft mit dünnen Umsätzen. Es fehlten die Impulse, hieß es.



Stockholm - OMX-Index dreht ins Plus

Nach einem zunächst schwächeren Start drehte die Stockholmer Börse ins Plus. Der 30 Werte umfassende OMX-Index notierte am frühen Nachmittag 0,9 % höher auf 1311 Punkten. Unterstützung bekam der Index vom Schwergewicht Ericsson, das sich um drei Schwedische Kronen auf 175 Kronen erholte. Die Dividendenpapiere des finnischen Konkurrenten Nokia verteuerten sich um zwölf Kronen auf 409 Kronen und setzten damit ebenfalls ihre Erholung fort.

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