Zinsen bleiben unverändert
US-Börsen nach Fed-Entscheidung im Minus

Anhaltende Ängste vor einem neuen Golfkrieg und Sorgen um die Konjunktur in den USA haben die New Yorker Aktienmärkte am Dienstag belastet. Händler sagten, offenbar hätten einige Marktteilnehmer zudem eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) erhofft und seien daher enttäuscht von dem Beschluss, die Zinsen unverändert zu lassen. Auch die Warnung der Notenbank vor den Risiken einer weiteren wirtschaftlichen Abschwächung habe die Stimmung getrübt.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow-Jones schloss 2,4 Prozent schwächer bei 7683,27 Punkten und damit so niedrig wie seit rund vier Jahren nicht mehr. Der technologielastige Nasdaq-Index tendierte dagegen kaum verändert mit minus 0,22 Prozent auf 1182,31 Punkten. Nach dem Kursrückgang des Vortages seien am Dienstag Halbleiter- und Biotechnologiewerte gesucht gewesen, sagten Börsianer. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,73 Prozent auf 819,27 Zähler nach.

"Einige Leute hatten über die Möglichkeit von Zinssenkungen gesprochen und waren daher enttäuscht", sagte Jack Caffrey, Aktienstratege bei JP Morgan Private Bank. "Aber anhaltend schwaches Wachstum der Wirtschaft, Sorgen um die Gewinne der Unternehmen im kommenden Jahr sind immer noch die großen Punkte für die Investoren."

Die US-Notenbank (Fed) hatte erneut vor der Gefahr einer wirtschaftlichen Abschwächung gewarnt, die Leitzinsen aber unverändert gelassen. Die Währungshüter wiesen besonders auf erhöhte geopolitische Risiken für die weltgrößte Volkswirtschaft hin. Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld liegt seit dem 11. Dezember 2001 bei 1,75 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit gut 40 Jahren. A.C. Moore, Chefinvestment-Stratege bei Dunvegan Associates, sagte: "Es ist kein schlechtes Zeichen, dass die Fed die Wirtschaft auf dem Weg der Erholung sieht. Sie sagt jedoch auch, dass es Risiken für dieses Wachstum gibt wegen der geopolitischen Entwicklung, wie zum Beispiel Irak."

Händler sagten, die Anleger seien zurückhaltend. Es gebe wenig Anreize, Aktien zu kaufen. "Es hat wenig gute Nachrichten gegeben. Es gibt keinen zwingenden Grund, heute zu kaufen", sagte Philip Dow von RBC Dain Rauscher. "Nachdem alles, was man in den vergangenen zweieinhalb Jahren gekauft hat, nachgegeben hat, zögern die Leute zu investieren. Es fällt ihnen schwer, zu denken, dass sich die Dinge bessern."

Die Papiere von General Electric verloren rund 1,9 Prozent auf 25,90 Dollar, nachdem die Investmentbank J.P. Morgan die GE-Gewinnerwartung für 2003 reduziert hatte. Der Dow-Jones-Wert gehörte zu den meistgehandelten Aktien. Dagegen gewannen die Aktien von Goldman Sachs rund ein Prozent auf 66,31 Dollar, nachdem die Investmentbank für das dritte Geschäftsquartal einen höheren Gewinn ausgewiesen hatte.

Die Aktien des Computerkonzerns Electronic Data Systems brachen um rund 29 Prozent auf 11,68 Dollar ein. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte ihre Bewertung für die Aktien des Dienstleisters für Informationstechnologie auf "verkaufen" von "neutral" gesenkt. Halbleiterwerte hätten die Technologiebörse Nasdaq dagegen etwas gestützt, sagten Händler. Der Kurs des Chipkonzerns Intel schloss rund 1,5 Prozent höher auf 14,34 Dollar.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,70 Milliarden Aktien den Besitzer. 986 Werte legten zu, 2265 gaben nach, 181 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,65 Milliarden Aktien 1232 im Plus, 2106 im Minus und fünf unverändert.

An den US-Kreditmärkten tendierten die richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen mit 106-1/32 Punkten um 14/32 höher. Sie rentierten auf diesem Niveau mit 3,64 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 25/32 auf 111-22/32 Zähler, wobei sich eine Rendite von 4,63 Prozent ergab.

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