Zinsen für US-Kredite stiegen auf über 13 %
Finanzkrise in Argentinien spitzt sich zu

Angesichts einer befürchteten Zahlungsunfähigkeit Argentiniens hat sich die Finanzkrise mit fallenden Börsenkursen und einem scharfen Anstieg des Länderrisikos weiter zugespitzt.

dpa-afx BUENOS AIRES. Angesichts einer befürchteten Zahlungsunfähigkeit Argentiniens hat sich die Finanzkrise am Montag mit fallenden Börsenkursen und einem scharfen Anstieg des Länderrisikos weiter zugespitzt. Der Aktienindex Merval, der Ende vergangener Woche bereits um mehr als 10 % abgestürzt war, verlor bis zum Nachmittag erneut mehr als 2 % an Wert.

Schwerer wog jedoch der Anstieg des Länderrisikos auf zeitweise 1 300 Basispunkte. Damit muss Argentinien für Kredite 13% mehr Zinsen als in den USA bezahlen. Das war mehr als in den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern und lag sogar noch über dem Wert für die Türkei. Auch argentinische Staatsanleihen verloren erneut an Wert. Das Land leidet seit Ende 1998 an einer ununterbrochenen Wirtschaftskrise.



Die Auslandsverschuldung des argentinischen Bundesstaates beläuft sich nach neuen Angaben auf mehr als 128 Mrd. $ (142 Mrd.?). Hinzu kommen noch etwa 20 Mrd. $ Schulden der Provinzen. Das Steueraufkommen blieb hinter den Erwartungen zurück.



Präsident Fernando rief die Märkte erneut auf, Gerüchten über eine Umschuldung der Auslandsschulden des Landes keinen Glauben zu schenken und die Ruhe zu bewahren. Auch Wirtschaftsminister Domingo Cavallo betonte zum wiederholten Male, Argentinien werde allen seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Die Unruhe an den Märkten werde sich in einigen Tagen wieder legen, hoffte der erst seit einem Monat amtierende Minister.



Die Märkte reagierten nervös, nachdem Cavallo die für Dienstag angekündigte Ausgabe neuer Schatzbriefe wegen der hohen Zinsen abgesagt und auf Mai verschoben hatte. Zur allgemeinen Nervosität hatte auch der frühere Präsident Carlos Menem beigetragen, indem er am Freitag angesichts der geplanten Anlehnung des Peso an den Euro zur Flucht in den Dollar aufgerufen hatte. Mit diesem potenziell äußerst destabilisierenden Rat war der Peronist sogar in seiner eigenen Partei auf scharfe Kritik gestoßen.

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