Zinsen und Dividenden sollen abgezogen werden
Fondsverband sieht Steuerpläne weiter kritisch

Der Verband der deutschen Investment- und Fondsgesellschaften beurteilt die Regierungspläne zur Besteuerung von Aktienfonds weiter skeptisch.

Reuters FRANKFURT/BERLIN. Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) geht trotz der jüngsten Bekräftigung des Bundesfinanzministeriums, im Rahmen der geplanten Pauschalsteuer auf Aktiengewinne keine Doppelbesteuerung zu planen, weiterhin von Mehrfachbesteuerung bei Fonds aus. "Es kommt trotzdem zu einer Mehrfachbesteuerung. Wir sehen, dass der Gesetzesentwurf dem Ziel, eine Doppelbesteuerung zu vermeiden, entgegensteht. Wir würden es begrüßen, wenn es lediglich zu einer Besteuerung auf Anlegerebene käme," sagte ein Sprecher vom BVI auf Anfrage am Dienstagabend. Größere deutsche Fondsgesellschaften wollten zunächst nicht die Angaben des Bundesfinanzministeriums kommentieren und verwiesen auf den Verband.

Das Ministerium hatte zuvor bekräftigt, keine Doppelbesteuerung zu planen. Auf der Ebene des Fonds sollten Veräußerungsgewinne weiterhin steuerbefreit sein. Die Besteuerung dieser Fondsgewinne etwa aus der Veräußerung von Aktien und anderen Wertpapieren finde beim Anleger statt. Habe der Fonds die Gewinne aus Veräußerung von Aktien erzielt, komme beim Anleger das so genannte Halbeinkünfteverfahren zur Anwendung: "Gewinne aus der Veräußerung von Aktien - dies ist der weitaus wichtigste Fall- werden somit nur zu 50 Prozent angesetzt", hieß es.

Wenn der Anleger seine Anteile am Investmentfonds verkaufe, würden die schon einmal besteuerten Zinsen und Dividenden und auch die in der Vergangenheit erzielten steuerfreien Veräußerungsgewinne vom Verkaufserlös abgezogen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

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