Zinsentscheidung gegen Abend
Euro im Vorfeld der Fed-Sitzung schwächer

Gegen 13.30 Uhr MEZ kostete der Euro 0,8901/04 $ nach einer letzten Notierung von 0,8939/43 $ am Montagabend in New York.

Reuters FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung lag damit einen Cent unter ihrem am Montag erreichten Drei-Monats-Hoch von knapp über 90 US-Cents. Die meisten Analysten prognostizieren, dass die Fed von einer straffen auf eine neutrale geldpolitische Haltung umschwenken und den Weg für Zinssenkungen in der Zukunft ebnen wird.

Händler berichten jedoch von wachsenden Spekulationen über einen stärkeren Richtungswechsel der Fed zu einer lockeren Geldpolitik.

Im Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,8886 nach 0,8962 $ am Montag ermittelt. Damit kostete ein $ 2,2010 nach 2,1824 DM. Zur japanischen Währung wurde der Kurs des Euro mit 99,29 (100,85) Yen festgesetzt.

An den Devisenmärkten wuchsen nach Händlerangaben die Spekulationen, die Fed könnte die Märkte mit einem direkten Wechsel von einer restriktiven zu einer lockeren geldpolitischen Haltung überraschen - entweder durch eine Stellungnahme, die die Gefahr einer Rezession als größer beschreibt als die Inflationsgefahr, oder sogar durch eine direkte Zinssenkung. "Der Markt hat eine Änderung der geldpolitischen Haltung bereits eingepreist, und dies hat den $ gestärkt, aber eine beträchtliche Minderheit glaubt, dass die Fed die Zinsen senken könnte", sagte Neil MacKinnon von Merrill Lynch.

Die Analysten waren sich jedoch nicht einig, welche Wirkung ein solcher Richtungswechsel auf den Euro haben könnte. MacKinnon sagte, der Schritt zu einer nur neutralen Haltung könne bei einigen Investoren zu Enttäuschung und Verkäufen von US-Anlagen und somit zu einer Stärkung des Euro führen. Dagegen heißt es in einer Analyse der Hypo-Vereinsbank mit Blick auf die Erwartung einer lockeren Haltung: "Sollten die Spekulationen neue Freunde gewinnen, käme es heute Abend unter Umständen zu einer größeren Enttäuschung, wovon der $ profitieren würde. Kurse nahe 0,8800 lägen dann im Bereich des möglichen."

Langfristig gesehen ist ein Wechsel der geldpolitischen Haltung nach Ansicht MacKinnons jedoch gut für die US-Aktienmärkte und den $, weil eine harte Landung der Konjunktur, also eine Rezession, in den USA weniger wahrscheinlich werde. Der für die Geldpolitik der Fed verantworliche Offenmarktausschuss (FOMC) wird seine Zinsentscheidung gegen 20.15 Uhr MEZ bekannt geben.

Die am Mittag veröffentlichten Verbraucherpreise in der Euro-Zone wirkten sich nicht auf die Kurse aus, obwohl sie mit einer Jahresrate von 2,9 % etwas höher als erwartet ausfielen. Analysten zufolge bestärkte das die Ansicht am Devisenmarkt, dass die Europäische Zentralbank weiter auf Inflationsrisiken achten und die Leitzinsen in der Euro-Zone in absehbarer Zeit noch nicht senken kann. Die Verbraucherpreise sind in der Euro-Zone im November nach Angaben des Statistikamtes Eurostat um 2,9 % gestiegen nach einer Jahresrate von 2,7 % im Oktober.

Befragte Volkswirte hatten eine Jahresrate von 2,8 % erwartet. In der Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel blieb der Preisanstieg mit einer Jahresrate von 1,5 % unverändert.

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