Zinsentscheidung im Juni
Fed sieht keine Anzeichen für Erholung

Die amerikanische Notenbank (Fed) hat in den vergangenen beiden Monaten keine Anzeichen für eine Erholung der US- Konjunktur ausgemacht. Die jüngsten Daten, die die Bank aus den zwölf Distrikten der Zentralbank über die Wirtschaftstätigkeit im April und Mai zusammengetragen hat, zeigten schwache Einzelhandelsumsätze, rückläufige Geschäfte des Gewerbesektors, nachlassende Bauaktivität und einen schwachen Agrarsektor.

dpa-afx WASHINGTON. Einziger Lichtblick sei der wachsende Energiesektor, schrieb die Fed am Mittwoch in ihrem acht Mal im Jahr veröffentlichten "Beige Book" über die Wirtschaftsaktivität. Wegen der hohen Gas- und Ölpreise werde in den meisten Distrikten mehr gefördert.

"Der Bericht unterstreicht die Haltung der Fed, dass es zurzeit eher ein Rezessions- als ein Inflationsrisiko gibt", sagte die Chefvolkswirtin der Bank One Corporation, Diane Swonk, der Agentur Bloomberg. Das Beige Book ist die Grundlage, auf der der Offenmarktausschuss der Fed die Zinspolitik bestimmt. Die nächste Sitzung des Ausschusses ist am 26. und 27. Juni. Analysten rechnen mit einer weiteren Zinssenkung für Tagegeld um 0,25 %. Es wäre die sechste Senkung in diesem Jahr. Der Satz liegt zur Zeit bei 4 %. Das ist das niedrigste Niveau seit sieben Jahren.

Die Einzelhandelsumsätze waren im Mai um lediglich 0,1 % gestiegen, teilte das Handelsministerium am Mittwoch mit. Analysten hatten mit einem Anstieg um mindestens 0,3 % gerechnet. Im April betrug die Zunahme nach revidierten Berechnungen 1,4 %.

Verbraucherausgaben bleiben auf niedrigem Niveau

Die Verbraucherausgaben bleiben nach Angaben der Bank auf niedrigem Niveau. Einer der Distrikte habe rückläufige Zahlen im Vergleich zum selben Zeitraum des vergangenen Jahres gemeldet, in vier Distrikten seien die Ausgaben unverändert. Die anderen berichteten von sehr moderaten Anstiegen der Verbraucherausgaben. Die amerikanischen Verbraucher tragen mit ihren Ausgaben mehr als zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaft.

Der Gewerbesektor sei in allen Distrikten im Mai geschrumpft. In den meisten seien wenig neue Aufträge eingegangen und die Lager voll. In drei Viertel der Distrikte sei die Zahl der leer stehenden Büroräume gestiegen. Der Gewerbesektor sei ebenfalls überall rückläufig, sieben Distrikte hätten vor allem schlechtere Geschäfte der Telekommunikationsunternehmen gemeldet.

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