Zinsentscheidung lähmte den Handel
Dax schließt unter 3300 Punkten

Kurz vor Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hat der Deutsche Aktienindex am Mittwoch im Minus geschlossen. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens standen dabei die Aktien von BMW und Lufthansa, die trotz guter Quartalszahlen an Wert verloren.

Reuters FRANKFURT. Händlern zufolge litten die Titel von BMW unter Gewinnmitnahmen, während die Papiere der Lufthansa vom schwachen Ausblick belastet wurden. Gegen Handelsende rutschten auch die Technologiewerte parallel zu den Kursverlusten ihrer US-Konkurrenten immer stärker ins Minus.

Für Donnerstag rechneten Experten indes mit einer kräftigen Kursgewinnen. Die US-Notenbank hatte am Abend den Schlüsselzins überraschend stark um einen 50 Basispunkte auf 1,25 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als 40 Jahren gesenkt. An den Aktienmärkten war allgemein mit einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet worden. Zinssenkungen stimulieren in der Regel das volkswirtschaftliche Wachstum und somit auch die Börsenkurse.

Auch mittelfristig rechneten Börsianer mit steigenden Kursen. "Die Stimmung am Markt ist viel besser, weil wir den Abwärtstrend verlassen haben und der Dax zwischen 3200 und 3400 Punkten konsolidiert", sagte der Händler Jürgen Gries von Merck Finck. "Jeder hofft nun auf eine Jahresendrally."

Der Dax schloss am Mittwoch 1,6 Prozent tiefer bei 3298,84 Zählern, nachdem er zuvor von den anhaltenden Hoffnungen auf eine Zinssenkung getrieben erstmals seit September die Marke von 3400 Punkten überschritten hatte. Händler begründeten den allmählichen Kursverfall mit der zunehmenden Zurückhaltung der Anleger kurz vor der US-Zinsentscheidung.

Der Nebenwerte-Index MDax verlor derweil 0,2 Prozent auf 3162,09 Punkte. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax50 um 1,5 Prozent auf 442,77 Zähler. An der Wall Street lag nach anfänglichen Gewinnen der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland fast unverändert bei 8674 Stellen, während der Nasdaq-Index um 0,2 Prozent auf 1398 Punkte nachgab. Nach der Zinsentscheidung der Fed, die um 20.14 Uhr bekannt gegeben wurde, zogen die US-Indizes um jeweils rund einen halben Prozentpunkt an. Der Euro kletterte nach der Zinsentscheidung auf über einen US-Dollar, weil sich Händlern zufolge Sorgen über eine schwache Entwicklung der US-Wirtschaft breit machten.

Die Aktien der Lufthansa verloren zwei Prozent auf 12,48 Euro, nachdem sie zunächst mehr als fünf Prozent im Plus gelegen hatten. Die vorgelegten Zahlen waren nach einhelliger Meinung der Börsianer sehr gut. Der Ausblick für das vierte Quartal habe jedoch enttäuscht, da die lediglich auf 700 bis 750 Millionen Euro angehobene Gewinnprognose einen Verlust im vierten Quartal erwarten lasse. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hat die Fluggesellschaft bereits 790 Millionen Euro verdient und damit die bisherige Prognose für das Gesamtjahr übertroffen.

Nach den im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen Geschäftszahlen lagen die Aktien von BMW mit einem Minus von 6,8 Prozent auf 34,18 Euro an der Spitze der Dax-Verlierer. "BMW hat bisher immer sehr gute Zahlen vorgelegt, weswegen es schwer ist, die hohen Erwartungen noch zu übertreffen", kommentierte der Fondsmanager Stephan Thomas von Frankfurt Trust diese Entwicklung.

Die Technologiewerte, die zunächst noch im Plus gelegen hatten, rutschten im Tagesverlauf parallel zum nachgebenden Gesamtmarkt ins Minus. Die Titel des Börsenschwergewichtes Siemens gaben um 3,3 Prozent auf 48,45 Euro nach. Mit einem Plus von gut sechs Prozent auf 12,80 Euro stemmten sich derweil die Papiere von Epcos gegen den Branchentrend. Diese haben sich jedoch in den vergangenen Monaten deutlich schlechter entwickelt als der Sektor.

Unabhängig davon wurden für den Abend die Geschäftszahlen des US-Netzwerkausrüsters Cisco mit Spannung erwartet. Diese Zahlen beeinflussen traditionell die gesamte Branche. Die Cisco-Aktien notierten am Nachmittag fast unverändert.

Im MDax legten derweil die Titel von Jungheinrich nach erfreulichen Geschäftszahlen um 11,4 Prozent auf 8,91 Euro zu. Als Reaktion auf enttäuschende Halbjahresergebnisse brachen dagegen die Aktien von Heidelberg Druck um 13,6 Prozent auf 22,99 Euro ein.

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