Zinsentscheidung sorgt für Zurückhaltung
Schwache Auto- und Chemiewerte ziehen Dax nach unten

Schwache Auto- und Chemiewerte sowie negative US-Vorgaben haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag belastet. Das Börsenbarometer gab bis zum Nachmittag 0,76 % auf 7 283,75 Zähler nach.

Reuters FRANKFURT. Die Schwäche einiger Auto-und Chemiewerte sowie negative Vorgaben der US-Standardwerte haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag belastet. Das Börsenbarometer schloss mit 7294,40 Zählern 0,61 % leichter als am Montag. Die Umsätze waren zwei Tage vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) mit knapp 29 Mill. gehandelten Aktien auf Xetra gering. Acht Gewinnern standen 22 Verlierer gegenüber. Ein Titel notierte unverändert.

"Nach den Zuwächsen der vergangenen Tage ist auch mal wieder ein schwacher Tag notwendig. Das beunruhigt mich nicht", sagte ein Händler zum Dax-Verlauf. Ein anderer sagte, wenn das Börsenbarometer nicht oberhalb von 7300 Punkten schließe, sei der Dax aus technischer Sicht wohl erst einmal in einer Spanne zwischen 7000 und 7300 Zählern gefangen.

Aus den USA kamen am Dienstag gemischte Vorgaben. Der Dow-Jones-Index lag bei Handelsschluss in Frankfurt mit 11 240 Zählern 0,1 % im Minus. Der technologielastige Nasdaq - Index stieg indes um 0,3 % auf 4082 Zähler. Beide Indizes hatten allerdings zuvor jeweils bis zu 0,5 % im Minus gelegen. Dies hatte nach Angaben von Händlern eine freundlichere Tendenz am deutschen Aktienmarkt behindert. Am Montag hatte der Dax noch auf dem höchsten Stand seit fünf Wochen geschlossen. Lähmend wirkte den Angaben zufolge auf den deutschen Markt die am Donnerstag anstehende Zinsentscheidung der EZB. "Da spielt heute Blind gegen Barfuß", sagte ein Frankfurter Händler in Anspielung auf die geringen Umsätze. Allgemein hieß es am Markt, es werde davon ausgegangen, dass die EZB die Zinsen um 0,25 %punkte anhebe. "Aber solange die Entscheidung nicht gefallen ist, traut sich eben keiner", hieß es.

Auf die Schwäche einiger Chemiewerte konnten sich Händler am Dienstag keinen rechten Reim machen. Schering, Bayer , Degussa Hüls und BASF gaben zwischen 0,6 und 2,3 % nach. Zwar hätten einige der Titel zuletzt Kurszuwächse ausgewiesen, doch seien diese zum Teil nur moderat ausgefallen und rechtfertigten keine Gewinnmitnahmen quer durch die Branche, sagte ein Frankfurter Händler. Unter den Chemiewerten im Dax konnte sich einzig Linde dem Trend entziehen. Die Titel kletterten um 2,5 % auf 48,05 Euro. Die Deutsche Bank hatte am Dienstag das Kursziel für den Industriegase- und Gabelstaplerhersteller auf 60 Euro angehoben.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten am Dienstag Volkswagen und DaimlerChrysler. VW verloren 4,2 % auf 48,95 Euro und Daimler zwei Prozent auf 59,80 Euro. Beide Werte hätten wichtige charttechnische Unterstützungsmarken durchbrochen, was zu Verkäufen geführt habe, sagte ein Händler. Ein anderer brachte den Rückgang bei VW mit einer größeren Verkaufsorder eines US-Investors in Verbindung. BMW stiegen indes um 1,2 % auf 38,15 Euro.

Die Aktien der Deutschen Telekom gaben nach der Vorlage der Halbjahreszahlen 0,4 % auf 44,69 Euro nach. Die bereits vor einigen Wochen genannten vorläufigen Geschäftszahlen hatte die Telekom am Dienstag weitgehend bestätigt. Sie weisen einen um 15 % gestiegenen Umsatz und einen Rückgang beim Überschuss auf vergleichbarer Basis von rund 20 % auf 700 Mill. Euro aus. Der Rückgang wurde mit finanzellen Aufwendungen zur Gewinnung von Kunden begründet.

Der MDax für die mittelgroßen Werte schloss 0,56 % leichter auf 4882,42 Zählern nach. Hier stachen die Titel des Bodenbelag-Herstellers Tarkett Sommer hervor, die nach der Vorlage freundlicher Halbjahreszahlen um 6,9 % auf 6,63 Euro stiegen. Am Neuen Markt legte der Nemax-Index 1,51 % auf 5303,70 Punkte zu. Der Nemax50 stieg um 1,73 % auf 5831,17 Zähler.

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