Zinserhöhung am Monatsende erwartet
Spekulationen auf steigende Zinsen belasten Euro-Renten

Reuters FRANKFURT. Die richtungweisenden europäischen Zinsfutures haben am Montag zur Geschäftsmitte auf Grund von Zinsspekulationen infolge des schwachen Euro an Boden verloren. Händlern zufolge hat die schwache Verfassung der Gemeinschaftswährung die Befürchtungen geschürt, die Europäische Zentralbank (EZB) werde schon bei ihrem Ratstreffen am 31. August die Zinsen erhöhen. Der Markt leide zudem unter der Unsicherheit hinsichtlich der in dieser Woche erwarteten Inflationsdaten aus den deutschen Bundesländern und der gesamtdeutschen Verbraucherpreise. Händler erwarten jedoch vor der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindexes und der US-Zinsentscheidung am Dienstag einen ruhigen Markt.

Bundeswertpapiere leichter

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 13.40 Uhr mit minus 39 bei 105,14 Punkten. Der Bobl-Future verlor 20 Zähler auf 102,61 Punkte. Am kurzen Ende gab der Schatz-Future neun Ticks auf 101,13 Punkte nach. Zur Kasse notierte die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 mit 99,98 (Freitag 100,320) %. Sie rentierte auf diesem Niveau mit 5,235 %.

Die börsennotierten Bundeswertpapiere waren am Montag im Kassavergleich leichter disponiert. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen zog auf 5,35 von 5,30 % am Freitag an. Der Rex-Rentendindex verlor 0,25 % auf 109,4952 Zähler. Keines der gehandelten Papiere verbesserte sich, während 90 Titel bis zu 0,430 %punkte verloren. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 19,3 (Vortagesverkäufe 419,0) Mill. Euro.

Der Euro hatte sich im Tagesverlauf bei abwartendem Handel einen Tag vor der US-Zinsentscheidung und der Veröffentlichung des deutschen Ifo-Index auf etwas niedrigerem Niveau bei Kursen um 0,9030 $ stabilisiert. Der Markt beobachte zunächst hauptsächlich den Euro und warte auf die Zinsentscheidung der Fed am Dienstag, hieß es im Handel.

Kein Zinsschritt erwartet

Nach nahezu einhelliger Einschätzung der Finanzmärkte wird die US-Notenbank bei ihrem geldpolitischen Treffen am Dienstag die Leitzinsen unverändert lassen. Einer Umfrage zufolge erwarten 28 der 29 befragten Primärhändler amerikanischer Staatsanleihen keinen Zinsschritt der Fed. Sinkender Inflationsdruck werde die US-Währungshüter Analysten zufolge davon abhalten, die geldpolitischen Zügel weiter zu straffen, auch wenn die allseits erwartete "weiche Landung" der US-Konjunktur bislang ausgeblieben ist. Die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) wird am Dienstag gegen 20.15 Uhr erwartet.

Das Geschäftsklima in Deutschland, das der Ifo-Geschäftsklimaindex erfasst, hat sich nach Einschätzung von Volkswirten im Juli nach dem Rückgang des Vormonats wieder verbessert. Vor allem die Zustimmung des Bundesrates zur Steuerreform wird als positives Signal für einen anhaltenden Konjunkturaufschwung gesehen.

Im Durchschnitt erwarten die befragten Volkswirte beim am Dienstag um 10.00 Uhr zur Veröffentlichung anstehenden Ifo-Geschäftsklimaindex einen Wert von 101,28 nach 100,4 im Juni und 102,1 im Mai. Das Konjunkturumfeld in Deutschland sei weiter ausgezeichnet, hieß es am Montag. Dämpfend auf den Index könne sich jedoch die möglicherweise noch im August bevorstehende weitere Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) auswirken.

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