Zinsersparnis wird für Forschung, Bildung und Infrastruktur verwendet
UMTS-Handys bekommen zwölfstellige Nummern

ap BERLIN/BONN. Die UMTS-Mobilfunkgeräte werden zwölfstellige Rufnummern erhalten statt der bisher bei Handys üblichen elfstelligen. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheuerle, gab am Montag in Bonn weiter bekannt, die UMTS-Nummern würden alle mit 015 beginnen. Jeder der sechs Anbieter könne damit 100 Mill. Nummern vergeben. UMTS soll unter anderem schnelles Surfen im Internet via Mobilfunk ermöglichen.

Die Versteigerung der UMTS-Lizenzen bescherte dem Bund Einnahmen von 99 Mrd. DM. Scheuerle berichtete, vier der sechs Lizenznehmer hätten die Gebühren pünktlich am vergangenen Freitag gezahlt. Lediglich die beiden deutschen Mobilfunkmarktführer, die Telekom-Tochter T-Mobil, die das Netz D1 betreibt, und das zum Vodafone-Konzern gehörende Unternehmen Mannesmann (D2) hätten sich bis Montag Zeit gelassen. Es sei nun Sache des Bundesfinanzministers, ob er von den beiden Nachzüglern Verzugszinsen verlangen wolle, die sich immerhin jeweils auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen dürften.



"Kein Pfennig" für die Länder

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn legte inzwischen dem geschäftsführenden SPD-Fraktionsvorstand eine Liste von Projekten vor, die sie mit den aus der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen resultierenden Zinsersparnissen finanzieren will. SPD-Fraktionschef Peter Struck erklärte in Berlin, dazu gehörten die Krebs- und die Alzheimer-Forschung ebenso wie die Förderung des IT-Computer-Bereichs an Hochschulen. Von den fünf Mrd. Zinsgewinnen rechne die Ministerin mit rund einer Mrd. DM, sagte Struck. Verkehrsminister Reinhard Klimmt wolle der SPD-Fraktion am kommenden Mittwoch einen ersten Überblick über die von ihm geplanten Projekte geben.

Struck bekräftigte, die Länder bekämen "keinen Pfennig" der UMTS-Erlöse. Die Zinsersparnis werde für die Bereiche Forschung, Bildung und Infrastruktur verwendet. Es seien keine Projekte geplant, die eine Komplementärfinanzierung der Länder nötig machten. Der Fraktionschef sagte, wenn nicht die Gesamtsumme von 5 Mrd. DM für Projekte benötigt würden, halte er einen weiteren Schuldenabbau für möglich. Auf diese Forderung der Grünen hatten sich die Haushälter der Koalition verständigt.



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