ZinsesZins - die Kolumne zur Altersvorsorge
Fondsgebunden lohnt nicht

Dass sich mit Sparbuch, einer Lebensversicherung und vielleicht noch ein paar festverzinslichen Staatspapieren die wachsende Rentenlücke nicht mehr füllen lässt, hat sich längst herumgesprochen. Anleger brauchen auch Aktien, um ihre Gesamtrendite während der Ansparphase aufzubessern.

Entsprechend finden fondsgebundene Lebensversicherungen regen Zulauf. Ihr Anteil am Neugeschäft ist innerhalb von zehn Jahren von vier auf mehr als 20 Prozent gestiegen. Doch vielen Sparern fallen die Nachteile leider erst zu spät auf. Was Anleger lockt: Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung legt der Versicherer je nach Risikobereitschaft des Investors einen deutlich größeren Anteil der Sparbeiträge in Aktienfonds an, als bei einer klassischen Lebensversicherung. Entsprechend höher fällt am Ende auch die Rendite aus. Vorausgesetzt, es geht an den Aktienmärkten weiter so aufwärts wie in den vergangenen 30 Jahren.

Zur Freude der Branche belegen neueste Berechnungen, dass das Aktiensparen über eine fondsgebundene Lebensversicherung sogar steuerlich günstiger sein kann, als ein normaler Fondsparplan ganz ohne Versicherung. Denn die Kursgewinne und Dividenden werden in einer fondsgebundenen Lebensversicherung während der Ansparphase überhaupt nicht besteuert. Zum Auszahlungstermin sind die Erträge dann nur beschränkt steuerpflichtig.

Dagegen langt der Fiskus beim freien Fondssparen schon in der Ansparphase Jahr für Jahr zu. Dividenden werden besteuert, ab 2008 aller Voraussicht nach leider auch die Kursgewinne - Stichwort Abgeltungssteuer. Die neue Steuer, die nach den derzeitigen Plänen der Berliner Regierung sämtliche Kapitalerträge inklusive der Kurssteigerungen mit 25 Prozent belegen soll, macht das Fondssparen deutlich weniger attraktiv. Besonders Gutverdiener würden mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung besser fahren, als mit einem Fondsparplan, haben Finanzexperten berechnet, weil sie den Zinseszinseffekt in der Ansparphase voll nutzen können und in dieser Zeit von Zugriffen des Fiskus verschont bleiben.

Doch stattdessen zweigt sich leider der Versicherer seinen Teil ab. Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung fallen so viele Gebühren an, dass sie häufig 20 Prozent der Sparbeiträge auffressen. Abschlussprovision, Risikoprämien, Verwaltungsgebühren - das summiert sich. Dazu kommen noch die Managementgebühren und laufenden Kosten der Fonds, in die das Geld angelegt wird. Sie fallen in den Beispielrechnungen der Versicherer meistens unter den Tisch. Hinzu kommt: Gerade in den ersten fünf Jahren, in denen jeder gesparte Euro besonders hohe Zinseszinseffekte bringt, schlagen Abschlussgebühren und Provisionen kräftig zu Buche.

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Der magere Steuervorteil, der nach Abzug all dieser Kosten noch übrig bleibt, wiegt in den meisten Fällen die übrigen Nachteile einer fondsgebundenen Lebensversicherung nicht auf.

Sie bindet den Anleger für Jahrzehnte. Die Lebenspläne des Sparers können sich aber schnell ändern. Sie garantiert – anders als die klassische Lebensversicherung – keine Mindestverzinsung. Und häufig steckt der Versicherer auch noch Fonds der eigenen Gesellschaft hinein und nicht etwa die besten am Markt. Endet die Ansparphase dann auch noch in einer Aktienbaisse, hat der Sparer erst recht das Nachsehen, weil sein beim Versicherer angesammeltes Vermögen entsprechend geschrumpft ist. Dann vielleicht doch lieber die Abgeltungssteuer.

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