Zinseszins-Kolumne
Keine Angst vor der Finanzmarktkrise

Es ist fast so wie vor sieben Jahren. Gerade erst haben es die Deutschen gewagt, wieder mehr in Aktien zu investieren, schon beginnt an den internationalen Finanzmärkten ein heftiger Sturm. Die Kurse brechen ein, reihenweise schließen Fonds, die Zentralbanken greifen zu Notmaßnahmen. Kluge Anleger lassen sich von dem Chaos wenig beirren.

Es ist fast so wie vor sieben Jahren. Gerade erst haben es die Deutschen gewagt, wieder mehr in Aktien zu investieren, schon beginnt an den internationalen Finanzmärkten ein heftiger Sturm. Die Kurse brechen ein, reihenweise schließen Fonds, die Zentralbanken greifen zu Notmaßnahme, Finanzinvestoren geht plötzlich das Geld aus und in Amerika ist sowieso der Teufel los. Kluge Anleger lassen sich von dem Chaos wenig beirren, bleiben auf Kurs und steuern allenfalls hier und da ein klein wenig gegen.

Die Ratschläge erfahrener Finanzberater klingen auch jetzt nicht viel anders als in ruhigeren Zeiten: Das Vermögen breit genug streuen, besonders risikobehaftete Posten verkaufen und dabei nicht mehr umschichten, als unbedingt nötig, rät etwa Michael Huber vom VZ Vermögenszentrum in München. Die Ersparnisse breit streuen heißt: das Geld auf Aktien (-fonds) und Anleihen verteilen, auf Tagesgeld oder Festgeld, vielleicht steckt noch ein Teil in der eigenen Immobilie oder Firma. Die Aktienkurse sind in den letzten drei Jahren stark gestiegen.

Wer etwa nicht mehr als 30 Prozent Aktien oder Aktienfonds halten will, sollte jetzt einige Titel oder Fondsanteile verkaufen, bis der Prozentsatz wieder erreicht und vielleicht sogar noch ein Stück niedriger ist. Finanzmarktexperten erwarten für die nächste Zukunft weiterhin starke Schwankungen an den Aktienmärkten. Kursverluste sollten keinesfalls die Altersvorsorge in Gefahr bringen.

Ganz aus Aktien zu gegen wäre allerdings auch falsch, sonst würden Kursentwicklungschancen verloren gehen. Die Unternehmen haben gut verdient, die meisten Titel sind - anders als zum Höhepunkt der Aktienblase - nicht überteuert. Auch innerhalb der Anlegerklasse Aktien gilt: so breit streuen wie möglich. Alle Branchen, alle Länder. Vielleicht weniger Schwellenländer - und auch Finanztitel sollten nicht zu stark vertreten sein, denn die sind von den Turbulenzen am meisten betroffen.

Breit streuen, dazu gehört auch, dass nicht zu viel Geld in Geldmarktfonds steckt. Über solche Fonds kann der Sparer an den Zinsen teilhaben, die Banken sich gegenseitig zahlen, wenn sie einander Geld leihen. Geldmarktfonds waren in den vergangenen Monaten eine der beliebtesten Anlageklassen der Deutschen. Keiner hätte gedacht, dass einige Fonds auch in mit Hypotheken besicherte Anleihen investieren, (ABS). Diese Anleihen sind generell in Verruf geraten, seit US-Papiere minderer Qualität oft nicht mehr bedient werden. Doch keine Panik.

Selbst Fonds, die in hochgefährdete US-Hypothekenanleihen investiert sind, haben auch noch genügend andere Mittel im Portfolio und können den Privatkunden ihr Geld jederzeit wieder geben. Da Geldmarktfonds derzeit weniger Zinsen bieten, als die Tages- und Festgeldanlage bei vielen Banken, ist es sinnvoll, jetzt den Geldmarktfonds zu verkaufen und auf Tagesgeld oder Festgeld umzusteigen.

Viele mögen sich fragen, was aus der Ford - oder der Metroanleihe werden soll, die ihnen die Sparkasse im Umfeld sinkender Zinsen damals zum Kauf empfohlen hat. Die Kurse von Unternehmensanleihen sind stark gesunken. Viele Firmen haben ihre Emissionen zurückgezogen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Metro in nächster Zeit pleite geht, ist ziemlich gering und selbst bei Ford besteht Hoffnung, dass der Konzern sich noch eine ganze Weile hält. Auch hier gilt: wenn die Gesamtmischung stimmt, muss jetzt nichts panisch verkauft werden. Irgendwann ist die Laufzeit ohnehin zu Ende und der Sparer bekommt sein Geld wieder.

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