Archiv
Zinshoffnung

Der Handelsverlauf an der Wall Street wurde wieder von Spekulationen bestimmt. Dass Alan Greenspan am Dienstag die Zinsen senken könnte, war nicht selten zu hören. Die New Yorker Börsen rechnen fest damit. Der Dow Jones Index legte am Nachmittag eine kräftige Rally hin und schloss mit 200 Punkten in der Gewinnzone. Der Nasdaq Index beendete den Tag mit 45 Punkten in der Gewinnzone.

Zu verdanken hatten die Börsen die nachmittägliche Rally auch einem Kommentar des Analysten und ehemaligen Mitarbeiter der US-Notenbank Wayne Angell von Bear Stearns. Angell ist der Meinung, dass die Erholung der US-Wirtschaft und der Unternehmensgewinne im zweiten Halbjahr gefährdet ist, wenn die Fed nicht die Zinsen senken sollte. Insbesondere die kapitalabhängigen High-Techwerte benötigen niedrigere Zinsen. Wayne sieht nun eine 80-prozentige Chance, dass die Notenbank die Zinsen schon vor der nächsten Sitzung am 20. März senkt.



Ausschlaggebend könnten für die Federal Reserve Bank die Zahlen zum Konsumentenvertrauen sein, die morgen veröffentlicht werden. Sinkt das Vertrauen in die zukünftige Konjunkturentwicklung, könnten die Zahlen die Fed dazu bewegen, die Zinsen zu senken. Ein sinkendes Konsumentenvertrauen ist ein Indikator für geringere Konsumausgaben und eine insgesamt weiter abkühlende Konjunktur.



Ein besonders erfolgreichen Tag erlebten Aktien von Einzelhändlern, da eine Senkung der Leitzinsen insbesondere die Konsumentennachfrage antreiben könnte. Lowe`s erhält Aufwind, nachdem die Baumarktkette ihre Ergebnisschätzungen für das laufende Jahr nach oben korrigiert hat. Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen zwar mit einem Break Even oder einem Verlust. Doch sorgen höhere Bauholzpreise und eine größere Produktnachfrage für starke Aussichten. Konkurrent Home Depot schloss als Dow Jones Gewinner. Auch Wal-Mart konnte zulegen.



Auf dem Verliererplatz des Nasdaq Indexes beendete Cisco den Tag. Die Analystin Lissa Bogaty von Credit Suisse First Boston setzte die Gewinnschätzungen für den Netzwerkausstatter herunter.



Belastend wirkte sich auf die Chiphersteller eine Gewinnwarnung von Texas Instruments aus. Der Hersteller von Chips, der vor allem Halbleiter für den Mobilfunkbereich produzieren, wird die Umsatzerwartungen im ersten Quartal nicht erfüllen können. Geringere Nachfrage, hohe Lagerbestände, die abkühlende US-Wirtschaft und sinkende Gewinnmargen belasten die Geschäftsentwicklung. Dan Niles reduziert daher die Gewinnaussichten für den Chiphersteller Micron Technology sowie für Cypress Semiconductor. Er denkt, dass die Chiphersteller wie Texas Instruments unter Absatzproblemen leiden. Erst im dritten oder vierten Quartal könnte die Nachfrage wieder anziehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%