Zinsniveau sei angemessen
EZB-Präsident Duisenberg warnt vor Preiserhöhungen durch Euro

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, hat vor Preiserhöhungen im Zusammenhang mit der Euro-Bargeldeinführung gewarnt. Die Verbraucher sollten wachsam sein, sagte Duisenberg auf der Vollversammlung des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung.

26.6.2001 dpa-afx MÜNCHEN. "Grundsätzlich ist nicht auszuschließen, dass Unternehmen versuchen werden, die Umstellung auf den Euro zu nutzen, um Preiserhöhungen durchzusetzen", sagte Duisenberg. Dies würde die Inflationsentwicklung im Euroraum temporär belasten. Grundsätzlich sei die Einführung des Euro für die Verbraucher aber auch wegen der höheren Preistransparenz in Europa eindeutig von Vorteil.

Nach Einschätzung von Duisenberg wird der Preisauftrieb (2000: 2,3 %) im Euroraum im Laufe des Jahres zurück gehen und im Jahr 2002 wieder unter 2 % fallen. Das gegenwärtige Zinsniveau in Europa sei angemessen. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die "mittelfristige Sicherung der Preisstabilität in Europa", sagte Duisenberg. Trotz wachsender Konjunktursorgen hatte die EZB die Leitzinsen bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche in Dublin unverändert gelassen. Nach Einschätzung des ifo Instituts werden die Währungshüter die Leitzinsen aber noch vor der Sommerpause um einen viertel Prozentpunkt senken. Zuletzt hatte die EZB alle drei Leitzinsen Anfang Mai um 0,25 %punkte gesenkt. Der wichtigste Zinssatz liegt seitdem bei 4,5 %.

Angesichts der anhaltend hohen Inflationsrate warnte Duisenberg vor zu hohen Tarifforderungen. "Die weitere Entwicklung der Löhne wird von der EZB mit großer Aufmerksamkeit verfolgt", sagte Duisenberg. Er rief zudem die europäischen Regierungen zu mehr Haushaltsdisziplin auf. Einige Staaten würden ihre Aufgaben bei der Haushaltskonsolidierung in diesem Jahr voraussichtlich nicht erfüllen, sagte Duisenberg. Strukturelle Ausgabenkürzungen würden nicht ehrgeizig genug angegangen. Ohne Berücksichtigung der Erlöse aus den Versteigerungen von UMTS-Lizenzen werde das Budgetdefizit im Euroraum in diesem Jahr vermutlich leicht ansteigen.

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