Zinsschritt der EZB vom Markt positiv aufgenommen.
US-Börsen: Käufer erringen die Oberhand

"Keiner will verkaufen" - zusammengefasst ist das die Stimmung an der Wall Street. Parketthändler bekommen im Mittagshandel nur wenige Verkaufsaufträge. Sowohl Dow Jones- als auch Nasdaq-Index legen kräftig zu. Zur Mittagsstunde steigt der Dow um 1,2 und der Nasdaq-Composite um 1,9 Prozent.

NEW YORK. Freude kam am Morgen durch die Zinssenkungen in Europa auf. Ein Fondsmanager von J. P. Morgan Chase begrüßte die "konzertierte Aktion", bei der nun viele Notenbanken an einem Strang ziehen. Nachdem US-Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag den Leitzins von 2,5 auf 2 Prozent reduzierte, zogen am Donnerstag die EZB und die Bank of England nach. Dies wird auch in New York als hilfreicher Versuch der Währungshüter gesehen, der globalen Weltwirtschaftskrise den Garaus zu machen. Ein wichtiges Mitglied der US-Notenbank hat unterdessen abermals die längerfristig guten Aussichten für die Konjunktur bestätigt.

In diesen Tagen bleiben Quartalszahlen weitgehend aus, so dass von Unternehmensseite Entspannung eintritt und weniger Negativ-Nachrichten verbreitet werden. Zudem haben sich die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nicht weiter nach oben geschraubt. In der vergangenen Woche haben weniger Menschen einen Antrag auf Unterstützung gestellt, als dies im Vorfeld vermutet wurde.

Der Einzelhandelssektor profitiert von relativ guten Oktober-Umsatzzahlen. Demnach liefen die Geschäfte beispielsweise bei Wal-Mart besser als gedacht. Obwohl die positiven Daten überwiegen, nimmt die Sorge zu, dass das Weihnachtsgeschäft flau werden wird. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg sagten neun von zehn Befragten, dass sie nicht mehr Geld ausgeben möchten als im Jahr zuvor.

Eine weiter Stütze für die Märkte sind die Aussagen des Branchenverbandes der Chipindustrie (SIA). Der Industrieverband geht für 2002 von leicht steigenden Umsätzen aus. In 2003 und 2004 - so versuchen die Halbleiterfunktionäre Mut zu machen - könnten die Unternehmen wieder zu den in der Vergangenheit erwirtschafteten Wachstumsraten zurück kehren.

Dynegy ist offenbar stark interessiert an einer Übernahme des angeschlagenen Konkurrenten Enron. Heute hat das Dynegy-Management betätigt, dass Verhandlungen geführt werden. Bis zu 8 Milliarden Dollar könnte der Deal Wert sein. Der international tätige Energiekonzern Enron ist in Schwierigkeiten geraten, nachdem Geschäfte von Finanzchef Andrew Fastow ins Visier der Börsenaufsicht SEC geraten sind. Besonders attraktiv könnte für den Konkurrenten bei einer Übernahme der Energiehandel im Internet sein, in dem Enron führend ist. Während das Papier von Enron leicht verliert, verbessert sich der Dynegy-Kurs um über zehn Prozent.

Der Buchhändler Barnes & Noble senkt die Gewinnaussichten für das Geschäftsjahr 2001. Auch in diesem Fall muss der 11. September als Begründung herhalten. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Leonard Riggio sei es bei dem derzeitigen Kriegsgetöse in den amerikanischen Medien schwierig, Autoren zu vermarkten. Im Vorfeld von Halloween seien die Besucherzahlen deutlich rückläufig gewesen. Die Aktie verliert am Mittag knapp 30 Prozent an Wert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%