Zinssenkung frühestens im April zu erwarten
Ifo-Index: Volkswirte warnen vor Euphorie

Der Geschäftsklimaindex im Januar sei auf Grund eines Arbeitstage-Effekts höher ausgefallen, die Abwärtstendenz sei jedoch ungebrochen.

vwd FRANKFURT. Volkswirte haben die Märkte am Mittwoch vor zu euphorischen Reaktionen auf Grund des seit sieben Monaten zum ersten Mal wieder gestiegenen Ifo-Index gewarnt.

Der Geschäftsklimaindex im Januar sei auf Grund eines Arbeitstageeffekts um rund einen Punkt höher ausgefallen, sagte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen zu vwd. Dies bestätigte auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei Invesco. Krämer zufolge waren im Januar fünf Prozent mehr Arbeitstage vorhanden. Da die Unternehmen ihre Lage auf Grund eines Monatsvergleichs der Produktion einschätzten, sei dieser Effekt im Januar für die Beurteilung der Geschäftslage offenbar signifikant gewesen.

Auch die laut Ifo gefallenen Geschäftserwartungen der Unternehmen im Januar deuteten nicht auf eine Trendwende hin, so Krämer. "Die Abwärtstendenz im Ifo ist ungebrochen", unterstrich er. Allerdings werde der Ifo-Index Januar, der besser als erwartet ausgefallen ist, an den Märkten zu einer Verschiebung der EZB-Zinssenkungsspekulationen nach hinten führen. "Die Optimisten in der EZB, die von einer weitgehenden Abkopplung der Konjunktur in der Eurozone von der US-Konjunktur ausgehen, werden durch die Januar-Ifo-Daten Auftrieb erhalten", sagte Krämer. Zu einer für Anfang März erwarteten Zinssenkung werde es nun voraussichtlich nicht kommen, betonte der Invesco-Chefvolkswirt.

Zinssenkung der EZB frühestens im April zu erwarten

Drastischer formuliert dies Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Die Spekulationen auf eine Zinssenkung im ersten Quartal seien nach den Ifo-Zahlen "aus dem Markt". "Im ersten Quartal wird es keine EZB-Zinssenkung geben", sagte er. Solveen bezeichnete die Zinserwartungen im Markt ebenfalls als überzogen. Die Sicht seiner Bank, dass es frühestens im April zu einer Zinssenkung um 25 Basispunkte seitens der EZB kommen werde, sei von den Ifo-Daten bestätigt worden. Insgesamt habe man dennoch im Ifo-Index Januar eine Stabilisierung gesehen, so Solveen. "Nach sieben Rückgängen in Folge ist das doch schon mal was", fügte er hinzu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%