Zinssenkungen und Regierungserklärung wirken belebend
ZEW-Konjunturindikator steigt im März

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich im März einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge etwas aufgehellt. Analysten gaben aber zu bedenken, bestimmend für den weiteren Konjunkturverlauf werde der Fortgang des Irak-Konfliktes sein.

Reuters MANNHEIM. Der vom ZEW ermittelte Saldo der Konjunkturerwartungen der befragten Analysten und institutionellen Anleger sei auf 17,7 Punkte von 15,0 Zählern im Februar gestiegen, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit. "Es zeigt sich demnach ein verhaltener Optimismus für das zweite Halbjahr 2003." Bankenvolkswirte sagten, damit biete der ZEW-Index im März keine Überraschung.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang des ZEW-Indikators auf 12,8 Punkte gerechnet. Zu den Ursachen für den leichten Anstieg erklärte das ZEW, die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) habe sich positiv auf die Erwartungen ausgewirkt. Auch die Reform-Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) scheine zu dem Plus beigetragen zu haben. Das ZEW-Stimmungsbarometer für die Euro-Zone stieg auf 29,6 nach 28,7 Zählern im Februar. Der Deutsche Aktienindex (Dax) baute seine Gewinne vom Vormittag nach der Veröffentlichung der ZEW-Daten weiter aus. Deutsche Staatsanleihen gaben dagegen etwas nach.

Mehrheit rechnet mit Belebung in zweitem Halbjahr

Im Januar war das ZEW-Konjunkturbarometer für Deutschland überraschend erstmals seit sieben Monaten wieder gestiegen. Nach dem erneuten Anstieg im Februar hatten Volkswirte aber bereits davor gewarnt, daraus eine wirtschaftliche Trendwende abzuleiten. Ralph Solveen von der Commerzbank sagte zu dem März-Anstieg: "Es zeigt sich einfach wieder, dass die Mehrheit von einer konjunkturellen Belebung im zweiten Halbjahr ausgeht." Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte, der Indikator signalisiere, "dass ein Rückfall Deutschlands in die Rezession nicht erwartet wird". Nachdem die Umfrage durchgeführt worden sei, habe es jedoch neue Entwicklungen im Irak-Konflikt gegeben, sagte Guntermann: "Und das wird die folgenden Monate bestimmen." Stefan Mütze von der Helaba ergänzte, es werde bereits ein rasches Kriegsende antizipiert: "Das wird ein gewisses Maß an Optimismus bringen."

Das ZEW befragt monatlich gut 300 Analysten und institutionelle Anleger zu ihren mittelfristigen Erwartungen hinsichtlich Konjunktur, Zinsen, Aktien- und Wechselkursen. Der Saldo der Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und der negativen Einschätzungen für die Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten wieder.

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