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Zinssenkungen?

Mal hoch - mal runter - New Yorks Indizes können sich heute nicht so recht entscheiden, in welche Richtung die Reise gehen soll. Nachdem die Futures nach der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen ins Minus stürzten, konnten sich die Indizes im frühen Handel wieder erholen und notieren im Plus. Die Hoffnung auf eine erneute Zinssenkung scheint die Angst vor einer Wirtschaftskrise zu überwiegen.

Im Mittelpunkt des Interesses stand heute die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote für den Monat April. Mit 4,5 Prozent kletterte die Kennzahl auf den höchsten Stand seit Oktober 1998. Damit fiel der Anstieg 0,1 Prozent niedriger aus, als von Analysten befürchtet wurde. Besorgniserregend ist zudem der Rückgang der neugeschaffenen Arbeitsplätze um 223 000 Stellen. Analysten hatten einen Anstieg von 20 000 prognostiziert. Vor allem das produzierende Gewerbe, die Baubranche und der Bereich Zeitarbeit verzeichneten Einbrüche.

Welche Auswirkungen die Zahlen auf die Marktentwicklung haben, bleibt weiter spannend. Optimisten hoffen, dass Alan Greenspan der Wall Street mit einer weiteren Zinssenkung unter die Arme greifen wird. Pessimisten befürchten, dass es nach den rasanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen vorerst zu Gewinnmitnahmen kommen könnte. Bruce Steinberg, Chefvolkswirt bei Merrill Lynch, geht sogar davon aus, dass die Arbeitslosenquote im Sommer weiter steigen wird. Während der Dow Jones Index seit dem 22. März rund 15 Prozent zulegte, kletterte der Technologieindex Nasdaq seit dem 4. April sogar um 31 Prozent.

Microsoft zieht zum Mittag beide Indizes in die Gewinnzone. Neben der Glasfasersparte notieren heute der Pharmasektor und die Ölbranche stärker. Der Dow Jones Index wird vor allem von Exxon Mobil, Merck und Phillip Morris beflügelt, während Qualcomm, Intel und Cisco den Nasdaq Composite in die grüne Zone schicken. Cisco ist heute erneut die Aktie mit dem höchsten Handelsvolumen.

Über zehn Prozent zulegen kann Razorfish. Mit einem Verlust von 25 Cents je Aktie fiel der Fehlbetrag im ersten Quartal geringer aus, als von Analysten befürchtet wurde. Seit Dezember hat der Anbieter von Internet-Consulting die Belegschaft um rund 40 Prozent reduziert, um dem schlechten Marktumfeld entgegen zu wirken. Das Management schließt auch weitere Kündigungen nicht aus.

Procter & Gamble muss dagegen leichte Kursverluste hinnehmen, nachdem der Konsumgüterhersteller ein Übernahmeangebot für die Clairol-Sparte des Pharmariesen Bristol Myers abgegeben hat. Experten prognostizieren einen Kaufpreis zwischen vier bis fünf Milliarden Dollar. Neben Procter & Gamble ist auch der japanische Konkurrent Kao an der Clairol-Sparte interessiert. Wer das rennen macht, bleibt abzuwarten.

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