Zinssorgen erneut entfacht
Uneinheitlicher Frühlingsbeginn an der Wall Street

Am Ende versuchte die Wall Street doch noch in frühlingshafte Gefilde zu klettern - allein, eine Nachmittagsrally kam zu spät und ohne Nachdruck. Der Dow Jones Index schloss mit einem Minus von 21 Punkten auf 10 479 Punkten, die Nasdaq verbesserte sich um 36 Zählern auf 1 868 Punkte.

Gute Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld bereiten der Wall Street Zinssorgen, und die wurden am Donnerstag neu entfacht. Zwar notierte der Index der führenden Indikatoren für Februar nur flach, doch ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stärker zurück als der Markt erwartet hatte. Derweil sind die Konsumentenpreise um 0,2 % gestiegen. Lebensmittel und Energie herausgerechnet haben sich die Lebenshaltungskosten um 0,3 % erhöht, doch nahm man das auf dem Parkett gelassen hin: Der stärker als erwartete Anstieg sei noch nicht inflationär zu bewerten.

Um die späte Rally im Dow machten sich neben dem Telekommunikationsriesen AT&T vor allem die beiden Tech-Schwergewichte Intel und Microsoft und einige Konsumwerte verdient, darunter Coca-Cola und Philip Morris . Der weltgrößte Genussmittelkonzern hat einen Tabakprozess im US-Bundesstaats Rhode Island gewonnen, woraufhin die ohnehin stabile Aktie noch einmal deutlich zulegte und auf ein Plus von 2,5 % kletterte.

Auch der Konsumriese Procter & Gamble schaffte es ins Plus, nachdem die Analysten von Lehman Brothers den Titel einmal mehr gelobt hatten: Das Unternehmen, das unter anderem Windeln und Zahnpasta herstellt, stehe "wie ein Fels in der Brandung", loben die Analysten zwei Tage nachdem P&G angekündigt hat, die Ertragsprognosen im laufenden Quartal zu übertreffen. Die Aktie legte 0,7 % zu.

Schwächster Dow Wert war hingegen das Papier von General Electric , das um 3,5 % absackte. Der Konzern war am Donnerstagmittag ins Gerde gekommen, als ein führender US-Rentenfond-Manager Unstimmigkeiten in der Unternehmensverschuldung bekannt gemacht hatte. Die hauseigene Finanztochter GE Capital, so der Marktexperte, halte einen Großteil der von GE ausstehenden kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die von GE Capital ausgegebenen kurzfristigen Anleihen übersteigen die Kreditlinien des Instituts um das Dreifache. Dennoch genieße GE Capital die höchste Kreditwürdigkeit.

Während die Branchenindikatoren der Tech-Sparten zwischen 2 % und 3 % zulegen konnten, gab es einige Querschläger. Mit einem Minus von 2 % setzte die Aktie von AOL Time Warner ihren Abstieg fort. Bei Lehman Brothers hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen gesenkt; Man befürchtet, dass die Werbeeinnahmen von AOL schwächer als erwartet ausfallen könnten. Obwohl sich eine branchenweite Erholung des Werbemarkts abzeichne, könne AOL aus internen Gründen nicht davon profitieren.

Mit 2,8 % im roten Terrain schloss die Aktie von Apple . Wie das Unternehmen mitteilt, will man den Preis für die neuen iMac-Computer um 100 Dollar heraufsetzen, da Komponenten teurer geworden seien. JP Morgan sieht die Profitabilität schwinden und senken die Erwartungen an das Unternehmen.

Optimistisch zeigten sich Anleger vor der Bilanzkonferenz des Chipriesen Micron und einem Analystentreffen bei Applied Materials . Von beiden Unternehmen gab es bis Marktschluss keine Neuigkeiten, doch auf einer Welle hoher Erwartungen ritt die Aktie von Micron auf ein Plus von 6,3 %. Papiere von Applied Materials verbesserten sich um 2 %.

Zu den Gewinnern gehörte am Donnerstag auch die Aktie von Pep Boys , die 6,7 % zulegt. Der Autoteilehändler hat mit seinen Ergebnissen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Pep Boys zeigt sich zuversichtlich, die Prognosen für das laufende Quartal und das Fiskaljahr einhalten zu können.

Und auch einen Überraschungssieger gab es: Die Aktie von Protein Design Labs legte um mehr als 20 % zu, obwohl das Unternehmen erklärt hatte, das Schuppenflechte-Medikament Zenapax habe in klinischen Tests nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht und man werde das Mittel wohl nicht weiter entwickeln. Doch die Analysten von Morgan Stanley stufen die Aktie auf: Die schlechten Nachrichten, so sagen sie, schaffen Klarheit und vertreiben "dunkle Wolken, die zuletzt über dem Unternehmen hingen".

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