Zinsüberschusses in 2000 um 17 Prozent gestiegen
Commerzbank signalisiert schwächeres Bankenjahr

Nach einem Rekordgewinn von 1,34 Mrd. Euro in 2000 sind die Prognosen für 2001 weniger optimistisch. Wegen Streitigkeiten im Zusammenhang mit der letzten Kapitalerhöhung will die Investorengruppe Cobra dem Commerzbank-Vorstand die Entlastung auf der Hauptversammlung verweigern.

dpa/afx FRANKFURT. Die Commerzbank signalisiert für 2001 ein schwierigeres Bankenjahr. "Die Zahlen aus der Erfolgsrechnung für die Monate Januar und Februar signalisieren, dass zurückhaltende Prognosen angebracht sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Kohlhaussen am Mittwoch in Frankfurt. Zufrieden äußerte er sich mit der Steigerung des Zinsüberschusses von 17 %. Der Provisionsüberschuss der viertgrößten Geschäftsbank ist zwar um 10 % zurückgegangen. Dies sei angesichts der Marktverhältnisse aber hinnehmbar, betonte er.

Commerzbank - Intraday-Chart

Für die weitere Zukunft äußerte sich Kohlhaussen nur gedämpft optimistisch: "Vor dem Hintergrund der unbefriedigenden Entwicklung des vierten Quartals 2000 macht uns der gute operative Start im laufenden Jahr zuversichtlich, die budgetierten Ertragsziele zu erreichen." 2000 konnte die Commerzbank im Konzern einen Rekordgewinn von 1,34 Mrd. Euro erzielen. Er war fast um die Hälfte höher als das bislang beste Ergebnis von 1999. Allerdings wird die Ertragsrechnung durch den Einmalertrag von 1,22 Mrd. Euro wegen des Börsengangs der Tochter Comdirect Bank im Juni geprägt.

Vor Steuern lag der Gewinn der Commerzbank im vergangenen Jahr bei 2,234 Mrd. Euro gegenüber 1,371 Mrd. Euro 1999. Die Bilanzsumme des Frankfurter Bankinstituts stieg dabei um 24 % oder 88 Mrd. Euro auf 460 Mrd. Euro. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge kletterte um 12 % auf 2,83 Mrd. Euro. Mit 24 % konnte der Provisionsüberschuss auf 2,72 Mrd. Euro deutlich gesteigert werden. Beim Handelsergebnis verzeichnete die Commerzbank ein Plus von 60,3 % auf 949 Mio. Euro.

Cobra will Commerzbank-Vorstand die Entlastung verweigern

Wie die Commerzbank weiter mitteilte, will die Investorengruppe Cobra dem Commerzbank-Vorstand bei der Jahreshauptversammlung am 25. Mai die Entlastung verweigern. Cobra habe außerdem Anträge auf eine Untersuchung der jüngsten Kapitalerhöhung sowie auf eine Untersagung weiterer Kapitalerhöhungen unter Umgehung der Bezugsrechte von Altaktionären gestellt. Im Zusammenhang mit der jüngsten Kapitalerhöhung fordert Cobra nach Darstellung der Commerzbank sowohl vom Vorstand als auch vom Aufsichtsrat Schadenersatz. Die Commerzbank hatte eine Aufstockung des Grundkapitals beschlossen, aber nicht allen Altaktionären neue Anteile angeboten.

Kohlhaussen erklärte bei der Bilanzpressekonferenz, sein Haus habe sich im Hinblick auf die Kapitalerhöhung nichts zu Schulden kommen lassen. Die Cobra-Vorwürfe seien unberechtigt. Im Hinblick auf die zu erwartende Auseinandersetzung wurde die Jahreshauptversammlung auf zwei Tage angesetzt.

Kohlhaussen warf den Cobra-Investoren eine unklare Strategie vor. Die von Cobra ausgehende Verwirrung und Unsicherheit sei schuld an der derzeitigen Kursschwäche der Commerzbank-Aktien. Der Aktienmarkt sehe Cobra als Belastung an, und dieser Einschätzung stimme er zu. Ob die Cobra tatsächlich ihre Beteiligung gesenkt habe, sei derzeit nicht festzustellen, sagte der Commerzbank-Chef. Die Beteiligungsgesellschaft hatte im Januar erklärt, sie repräsentiere nur noch 9,98 % des Commerzbank-Kapitals. Zuvor hatte der Anteil rund 17 % betragen.

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