Zitate aus dem Prozess

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Zitate aus dem Prozess

Im Hamburger El-Kaida-Prozess gegen Mounir El Motassadeq wird an diesem Mittwoch ein Urteil erwartet. Der 28 Jahre alte Marokkaner muss sich seit dem 22. Oktober 2002 wegen Beihilfe zum Mord in 3 045 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten.

HB/dpa HAMBURG. Einige Zitate aus dem weltweit ersten Prozess um die Anschläge vom 11. September 2001:

"Du bist nur noch wenige Momente von der Glückseligkeit der Märtyrer entfernt. (...) Einer von Euch sollte seine Klinge schärfen. (...) Wenn es los geht, schlage wie ein Held zu, und sage: Gott ist groß."
(Das Gericht zitiert aus einem am 11. September von US-Behörden gefundenen Terrorhandbuch)

"Er wirkte an den Plänen der Attentäter mit und sorgte für eine ausreichende Finanzausstattung der Gruppe."
(Bundesanwalt Walter Hemberger beim Verlesen der Anklageschrift)

"Meine Hilfe für (die Todespiloten Mohammed) Atta und (Marwan) Alshehhi war nicht mehr als das, was unter Arabern in Deutschland üblich ist."
(El Motassadeq auf Fragen zu seinen Vollmachten für Konten von Mitgliedern der Hamburger Terrorzelle)

"Die Juden werden brennen, und wir werden auf ihren Gräbern tanzen."
(El Motassadeq nach der Aussage eines deutschen Nachbarn in einem Studentenwohnheim)

"Gräber, tanzen und brennen - das ist überhaupt nicht mein Stil. Herr El Motassadeq sagte so etwas nicht."
(Der Angeklagte über die Zeugenaussage)

"Die Aussage Binalshibhs ist unerlässlich für den Beweis von Schuld und Unschuld unseres Mandanten. Er kann aussagen, dass die Anschläge nicht von einer Gruppe in Hamburg, sondern von El-Kaida - Leuten in Afghanistan organisiert wurden."
(Der Verteidiger Hartmut Jacobi zu seiner Forderung, den von US- Behörden festgehaltenen mutmaßlichen Terroristen Ramzi Binalshibh als Zeugen laden zu lassen)

"Die Weitergabe von Binalshibh-Unterlagen würde dem Wohl der Bundesrepublik Nachteile bereiten."
(Die Bundesregierung in Sperrerklärungen, mit der die Weitergabe von Verhörprotokollen an das Gericht untersagt wurde)

"Mag sein, das die Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern wichtiger ist als ein Mensch. Aber ich will kein Kollateralschaden werden."
(El Motassadeq zur Verhinderung einer Binalshibh-Aussage)

"El Motassadeq ist nicht der friedliche Moslem, als der er sich darstellen wollte."
(Die Anklagevertreter, die in ihrem Plädoyer 15 Jahre Haft forderten)

"Vieles, was wir hier als Ermittlungsergebnisse präsentiert bekommen haben, war falsch. (...) Es gab Vermutungen, Behauptungen und Interpretationen."
(Die Verteidigung ihrem Plädoyer auf Freispruch)

"Die Welt muss vor den mörderischen und selbstmörderischen Neigungen des Angeklagten geschützt werden."
(Die Witwe eines im World Trade Center getöteten Feuerwehrmannes, Maureen Fanning, als Nebenklägerin vor Gericht)

"Im Prozess war die schwerste Stunde für mich das Erscheinen der Nebenkläger und ihre Berichte. Sie haben mich angesehen, als ob ich verantwortlich bin, für das was sie erlitten haben, und ich konnte ihnen nicht sagen, dass ich unschuldig bin an ihrem Leid."
(El Motassadeq in seinem Schlusswort)

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