Zitatensammlung des Regierungschefs
Schröder wartet auf die Überschrift: "Danke Kanzler"

dpa BERLIN. Angesichts abgeschwächter Konjunktur wird Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) derzeit an seinen Ausspruch von 1998 erinnert, der damalige Aufschwung sei sein Aufschwung. Kritiker lasten ihm jetzt den sich abzeichnenden Abschwung an. Schröder hat sich seitdem auch mehrfach zur künftigen Entwicklung am Arbeitsmarkt geäußert. Es folgen einige Zitate.

9. Juli 1998 - Schröder sagt in der ZDF-Sendung "Was nun, Herr Schröder?": "Der Aufschwung, den wir jetzt haben, ist mein Aufschwung."

Dies kommentiert der damalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, einen Tag später mit den Worten: ""Mein Aufschwung" hört sich so an wie "mein Wetter"."

21. September 1998 (eine Woche vor der Bundestagswahl) - Schröder in einem "Spiegel"-Interview: "Wenn wir es nicht schaffen, die Arbeitslosenquote signifikant zu senken, dann haben wir es weder verdient, wiedergewählt zu werden, noch werden wir wiedergewählt."

10. November 1998 - Schröder sagt in der Regierungserklärung vor dem Bundestag: "Die Bundesregierung ist sich völlig im Klaren darüber, dass sie ihre Wahl wesentlich der Erwartung verdankt, die Arbeitslosigkeit wirksam zurückdrängen zu können. Genau dieser Herausforderung werden wir uns stellen. ... Wir wollen uns jederzeit - nicht erst in vier Jahren - daran messen lassen, in welchem Maße wir zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beitragen."

1. Mai 2000 - Schröder kündigt bei der zentralen Kundgebung der Gewerkschaften zum "Tag der Arbeit" in Hannover an, er wolle die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bis zum Ende der Wahlperiode im Jahre 2002 auf "deutlich unter 3,5 Mill." senken. "Zum ersten Mal seit Jahren ist wieder Bewegung auf dem Arbeitsmarkt."

4. März 2001 - Schröder bezeichnet es in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" als sein Ziel, die Zahl der Arbeitslosen bis zum Ende der Legislaturperiode unter drei Mill. zu senken.

5. März 2001 - Nach der SPD-Präsidiumssitzung in Stuttgart korrigiert Schröder seine Äußerung vom Vortag. Bei der Zahl drei Mill. habe es sich um ein bedauerliches Missverständnis gehandelt. Es bleibe dabei, dass die Arbeitslosenzahl bis zum Ende der Legislaturperiode auf unter 3,5 Mill. gesenkt werden könne.

11. Juli 2001 - BDI-Präsident Michael Rogowski hält Schröder in Berlin vor: "Er hat sich den Aufschwung zueigen gemacht. Dann muss er sich auch den Abschwung zurechnen lassen."

12. Juli 2001 - Schröder antwortet in Berlin auf eine Frage nach seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik: "Ich warte auf die Überschrift "Danke Kanzler"."

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