Zocker am Werk
Handel mit Teamwork-Aktie wieder aufgenommen

Reuters PADERBORN. Die Teamwork Information Management AG, die am vergangenen Freitag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt hatte, erwägt im Zuge ihres Sanierungskonzeptes Personalabbau und die Aufgabe einzelner Geschäftsfelder. "Ein Grobentwurf sieht neben diversen Sparmaßnahmen auch den Abbau von Mitarbeitern in größerer Zahl vor", sagte Firmensprecher Wilfried Eickholz gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Detaillierte Zahlen nannte er nicht. Derzeit beschäftigt Teamwork gut 320 Mitarbeiter. Darüber hinaus werde auch darüber nachgedacht, ob einzelne Geschäftsfelder verzichtbar seien, sagte Eickholz weiter. Der Aktienhandel, der am Donnerstag vergangener Woche ausgesetzt worden war, wurde am Dienstag wieder aufgenommen.

Nach anfänglichem Kurseinbruch um mehr als 30 % auf 2,55 Euro legte der Wert um mehr als 30 % auf 4,90 zu. "Da sind Zocker am Werk", sagte ein Händler.

Eickholz führte weiter aus, man erwäge im Zuge der Sanierung auch strategische Partnerschaften. Aber auch die Übernahme durch ein anderes Unternehmen sei denkbar. Teamwork hat nach den Angaben derzeit einen Finanzbedarf von fünf Mill. DM. Er sei aber optimistisch, dass das Unternehmen mit den "richtigen Maßnahmen" wieder flott gemacht werden könne. Der vorläufige Insolvenz-Verwalter Frank Kekebus hatte bereits mitgeteilt, er gehe nach erster vorläufiger Einschätzung von einer grundsätzlichen Sanierungsfähigkeit des Unternehmens aus. Erste Ergebnisse zum Sanierungsplan würden in etwa zwei Wochen zu erwarten sein, hieß es.

Als Grund für die Liquiditätskrise nannte Eickholz eine geplante und dann nicht realisierte Kapitalerhöhung. Im Frühjahr habe Teamwork im Vorgriff auf die Kapitalmaßnahme investiert und zugekauft. Eickholz führte aus, eine ausländische Fondsgesellschaft habe ihre Aktien, die etwa zehn Prozent der im freien Handel befindlichen Papiere ausgemacht habe, im Frühjahr verkauft. Eine Kapitalerhöhung sei nach dem folgenden Kurseinbruch nicht mehr sinnvoll gewesen. Die Aktie brach im Mai innerhalb weniger Wochen von über 50 Euro auf rund 20 Euro ein. Die Talfahrt setzte sich sukzessive fort.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte Teamwork seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben. Die Aktie war kurz zuvor bei einem Xetra-Kurs von 3,55 Euro vom Handel ausgesetzt worden. Im März hatte die Aktie, die im Juli 1999 mit 19 Euro eingeführt worden war, noch 59,50 Euro gekostet. Die Deutsche Börse AG hatte den Handel wieder zugelassen, nachdem das Paderborner Unternehmen am Montagnachmittag bekräftigt hatte, der Geschäftsbetrieb der in- und ausländischen Gesellschaften werde zunächst in vollem Umfang weitergeführt.

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