Zocker treiben Holzmann-Aktie
Dax: Händler erwarten weitere Aufschläge

Am Dienstag hielten sich die Aufschläge des Deutsche Aktienindex zunächst in Grenzen. Erst am Abend zog der Dax kräftiger an. Negativ-Schlagzeilen machte die Telekom, die eine Dividendenkürzung und die erneute Verschiebung des Börsengangs ihrer Mobilfunksparte ankündigte.

FRANKFURT. Der Dax (Deutscher Aktienindex) ist nach seinem langen Abstieg offenbar größere Klettertouren nicht mehr gewöhnt. Das legen zumindest die gestrigen Kommentare von Aktienhändlern nahe: Das Frankfurter Maskottchen müsse "erst mal Luft holen" und brauche "eine Verschnaufpause, um Kraft zu sammeln für die nächste Etappe", so die Börsenprofis.

Doch all die schönen Metaphern erwiesen sich als gar nicht zutreffend. Denn im Schlussspurt zeigte sich der Dax nach einem eher lustlosen Handelstag wieder topfit. Bis zum Handelsende kletterte er um 0,67 % auf 5 462,55 Punkte. Für die nächsten Tage bleibt die Stimmung positiv. "Wenn wir kein Störfeuer durch einen Krieg im Irak oder schlechte Konjunkturdaten aus den USA bekommen, können die Kurse weiter steigen ", sagte ein Händler der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus. Vor allem Charttechniker sind optimistisch: Mit dem Durchbruch des seit langfristigen Abwärtstrends habe das Kursbarometer eine wichtige Hürde überwunden.

Die Schlagzeilen bestimmten jedoch negative Nachrichten von der Deutschen Telekom. Der Telefonriese überraschte mit einer angekündigten Dividendenkürzung von 62 auf 37 Cent je Aktie. Weiter erklärte die Telekom, sie werde ihren angestrebten Schuldenabbau wohl erst ein Jahr später schaffen. Der Börsengang der Mobilfunktochter T-Mobile ist auf unbestimmte Zeit verschoben. "Das belastet die Aktie, aber viel Negatives kann jetzt nicht mehr kommen", sagte ein Händler der Commerzbank in Frankfurt. Der Kurs sank zeitweise um fast 4 %, zum Schluss lag der Verlust noch bei 2,2 %. "Auf diesem Niveau kann man die T-Aktie günstig einsammeln", so der Commerzbanker.

Weit oben auf der Liste der Tagesgewinner standen dagegen die einstigen Siemens-Töchter Infineon und Epcos . Die Investmentbank Goldman Sachs senkte die Verlustprognose für Infineon, bestätigte ihr Top- Urteil "Empfehlungsliste" und nannte die Aktie unterbewertet.

Der Chemiekonzern Degussa präsentierte am Dienstag sein Jahresergebnis. Die Aktie zählte zu den wenigen Verlierern im Dax. "Die Zahlen waren nicht so doll", sagte der HSBC-Händler. Unter leichtem Abgabedruck standen auch BASF .

Der MDax der mittelgroßen deutschen Aktien notierte zum Handelsschluss bei plus 0,1 % kaum verändert. Zu den Tagesverlierern zählten Titel des Flughafenbetreibers Fraport , die allerdings einen Teil der Zwischenverluste aufholen konnten. Das Handelsblatt hatte in seiner Montags-Ausgabe über drohende Millionenverluste bei einem Projekt auf den Philippinen berichtet. "Das wird hier unterschiedlich bewertet", sagte der HSBC-Händler, "einige halten die Geschichte für nicht so gravierend, aber die Aktie ist auf jeden Fall erstmal abgetaucht".

Aktien des insolvenzgefährdeten Baukonzerns Holzmann stiegen zeitweise um mehr als 30 %. Bis Dienstag Abend verhandelten Gläubigerbanken über die Zukunft des Unternehmens. "Da sind Zocker am Werk, die auf eine positive Lösung hoffen", sagte ein Händler. Nachrichten über eine Rettung der Traditionsfirma gab es bis zum Abend aber nicht.

Leichte Aufschläge verzeichneten im Verlauf Babcock Borsig . Aktien des Schiffs- und Anlagenbauers waren im Vorfeld der gestrigen Hauptversammlung brutal eingebrochen. "Offenbar sind alle negativen Nachrichten jetzt im Kurs drin", sagte ein Händler. Bei dem Aktionärstreffen musste Babcock-Chef Klaus Lederer harte Kritik einstecken.

Unter den Regionalbörsen zeigten sich Hamburg und Bremen etwas fester, Düsseldorf kaum verändert. Knapp behauptet tendierten Stuttgart und Hannover. München notierte hingegen leichter, Berlin schwächer.

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