Zögerliche Erholung enttäuscht führende Konzerne
Chemiefirmen hoffen auf 2003

Die Konjunktur in der Chemieindustrie springt nicht an. Viele Chemieunternehmen schreiben das laufende Jahr bereits ab und hoffen auf nächstes Jahr.

bef DÜSSELDORF. In der Chemieindustrie kündigt sich weltweit für die nächsten Monate keine deutliche Verbesserung der Konjunktur an. Zwar haben die Unternehmen im zweiten Quartal die Produktion von Chemikalien und Kunststoffen weiter gesteigert, wie die bislang vorliegenden Ergebnisse zeigen. Doch zeigten sich führende Konzerne wie Dupont, Dow Chemical (beide USA) und Akzo Nobel (Niederlande) von der Erholung enttäuscht. Viele Chemieunternehmen schreiben das laufende Jahr bereits ab und hoffen auf 2003.

"Die Erholung ist weiter zögernd", sagte Peter Elverding, Chef des niederländischen Chemiekonzerns DSM, der gestern ein Ergebnis deutlich über den Erwartungen vorgelegt hat. Auch der französische Konkurrent Rhodia rechnet damit, dass die Nachfrage vorerst vergleichsweise schwach bleibt.

DSM und Rhodia haben im zweiten Quartal ebenso wie der weltgrößte Chemiekonzern, Dow Chemical, im Vergleich zum Jahresbeginn mehr Chemikalien verkauft. Doch führen Experten dies überwiegend auf den Aufbau der leer gefegten Läger bei der verarbeitenden Industrie zurück, der den Chemiefirmen im April und Mai geholfen hat. "Dieser Effekt scheint beendet", sagt Analyst Christian Faitz von der Bank Julius Bär. "Das verspricht fürs dritte Quartal nichts Gutes." Dupont, Nummer zwei in den USA, kündigte für das dritte Quartal einen Gewinn unter den Schätzungen an, da die Konjunktur weniger stark angezogen habe als erwartet.

Zusätzlich unter Druck sind weite Teile der Industrie wegen niedriger Verkaufspreise. Infolge der schwachen Konjunktur sind Preiserhöhung in der Branche kaum durchzusetzen. Wie Dow Chemical gestern mitteilte, verbuchte der US-Konzern im Vergleich zum Vorjahr Preisrückgänge bis zu 10 %.

Die Chemiebranche gilt als wichtiger Indikator für die Gesamtkonjunktur, da sie Vorprodukte wie Kunststoffe und Lacke etwa für die Automobil- oder Elektronikindustrie herstellt.

Quelle: Handelsblatt

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