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Zoff vor dem Pokalfinale

Bremen (dpa) - Ausgerechnet vor dem Pokalfinale gibt es mächtig Ärger: Bei Werder Bremen herrschte gewaltiger Ärger um die Erfolgsprämien der Meister-Spieler, und auch bei Alemannia Aachen hängt nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg der Haussegen schief.

Bremen (dpa) - Ausgerechnet vor dem Pokalfinale gibt es mächtig Ärger: Bei Werder Bremen herrschte gewaltiger Ärger um die Erfolgsprämien der Meister-Spieler, und auch bei Alemannia Aachen hängt nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg der Haussegen schief.

Doch die Entrüstung vor dem möglichen «Double»-Gewinn in Bremen war ungleich größer, die Werder-Profis reagierten total vergrätzt. Im Finale will die Mannschaft «nicht für die da oben spielen, sondern für uns und unsere Fans», kündigte Abwehrspieler Mladen Krstajic an. Mit «die da oben» ist die Werder-Geschäftsführung gemeint, die als Meisterprämie «nur» 1700 statt der vom Team geforderten 2000 Euro pro Punkt bezahlen will - das sind immerhin 125 800 Euro je Spieler, die aber auf 22 200 Euro pro Mann verzichten müssen. «Na klar stört das. Das hätte man vorab klären müssen», stellte Trainer Thomas Schaaf nach dem Prämien-Geschacher fest.

Für Kapitän Frank Baumann bleibt «ein fader Beigeschmack», wie er dem «kicker» anvertraute. Und Nationalspieler Fabian Ernst drohte im ersten Zorn sogar mit dem Abschied von der Weser. Schaaf zog einen vermeintlichen Schlussstrich unter die Prämien-Affäre: «Das ist jetzt geklärt und damit vom Tisch.» Gesprächsbedarf gibt es aber nach wie vor, die Vertragsverlängerungen mit Ernst und Mittelfeld-Ass Johan Micoud wurden vertagt.

In Aachen zwang der unrühmliche Abgang für Kapitän Karlheinz Pflipsen, der aus der Zeitung erfahren musste, dass sein Kontrakt nicht verlängert wird, Trainer Jörg Berger zur Abbitte: «Ich konnte mich bei ihm nur entschuldigen.» Der frühere Nationalspieler Pflipsen trug es äußerlich mit Fassung: «Es sind die Gesetzmäßigkeiten des Fußballs. Ich akzeptiere die Entscheidung, aber man hätte es stilvoller gestalten können.»

Der Stillosigkeit seines Noch-Arbeitgebers folgt auch der Abgang des zweiten Mittelfeld-Stars der Aachener: Ivica Grlic kündigte noch im Trainingslager in Rees am Niederrhein seinen Abschied an. Sportdirektor Jörg Schmadtke bezeichnete vor allem den Abschied Pflipsens als «totalen Mist» und «vom Zeitpunkt her katastrophal».

Der sportliche Reiz des Endspiels ist trotz der internen Querelen hoch. Aachen will als dritter unterklassiger Club nach Kickers Offenbach (1970) und Hannover 96 (1992) den «Pott» holen und sich für den entgangenen Aufstieg entschädigen. «Der Aufstieg hatte immer Vorrang gegenüber dem Pokalfinale», sagte Berger, der aber «schnell zur Tagesordnung» übergegangen ist. Durch das Erreichen des Endspiels ist der Club für den UEFA-Pokal-Wettbewerb qualifiziert, für Berger «der absolute Höhepunkt einer guten Saison».

Der 59-Jährige sieht sein Team im ausverkauften Olympiastadion (70 000 Zuschauer) als Außenseiter. Aachens Stürmer Erik Meijer will den Cup-Coup mit Gewalt schaffen: «Bei mir ist richtig Wut drin. Wir werden volle Pulle gehen», sagte der Niederländer. Pflipsen möchte sein vermutlich letztes Finale einfach nur genießen: «Ein schöneres Abschiedsspiel kann man sich nicht wünschen.» Mit Borussia Mönchengladbach wurde er 1995 Cupsieger (3:0 gegen VfL Wolfsburg) und verlor mit Gladbach 1992 gegen Hannover 96 (3:4 im Elfmeterschießen).

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