Zu geringeren Kosten: Auslandsüberweisungen per Kreditkarte

Zu geringeren Kosten
Auslandsüberweisungen per Kreditkarte

Kreditkartenorganisationen wollen bei privaten Auslandsüberweisungen künftig eine günstige und bequeme Alternative zu teuren Bankentransfers bieten. Hervé Kergoat - zuständig für Zahlungsverkehrsprodukte bei Europay International, dem europäischen Kooperationspartner von Mastercard International - rechnet bis Ende des Jahres mit einem verbraucherfreundlichen System.

Reuters FRANKFURT. "Ich erwarte bei internationalen Kartenüberweisungen viel niedrigere Kosten als bei Banküberweisungen, da die Banken mit Auslandsaufträgen einen größeren Arbeitsaufwand haben", sagt Kergoat. Auch Visa International bereitet sich nach eigenen Angaben auf den Auslandstransfer per Karte vor. Einen konkreten Zeitplan gebe es aber noch nicht.

Anbieter wie Mastercard/Europay und Visa stützen sich vor allem auf die große Verbreitung der Kreditkarten: 17,8 Millionen gibt es allein in Deutschland. "Wir nutzen die bestehende Infrastruktur", erklärt Kergoat. Auf diese Weise bekomme die Kreditkarte nun auch eine Einzahlungs-Funktion: Zahlungen gehen nicht mehr nur aus, sondern auch ein. Auf die für 2002 geplante Umrüstung von Magnetkarten auf Chiptechnologie müssen die Anbieter laut Kergoat nicht warten. Die hohen Gebühren bei traditionellen Auslandsüberweisungen der Banken dürften die Nachfrage nach dem neuen Karten-System antreiben. Erst im Juli hatte die EU-Kommission Preise der Banken von bis zu 24 Euro bei einem Überweisungsbetrag von 100 Euro moniert.

Bei dem internetbasierten Verfahren von Privat zu Privat sollen Kunden anderen Kreditkartennutzern Geldbeträge übermitteln können. Dringende Überweisungen während Urlaubs- und Geschäftsreisen oder Internet-Auktionen im Ausland sind mit dem neuen System den Kartenbetreibern zufolge kein Problem mehr. Dafür sollen die Plastikkarten fit gemacht werden. Beide Partner müssten nicht einmal dieselbe Kreditkarte haben, sagt Kergoat.

Anders als bei dem komplexen Korrespondenz-Netz der Banken wollen die Kreditkartenorganisationen für die Zahlungen einen Abwickler einschalten. Wie der Transfer in Kürze funktionieren könnte, zeigt laut Kergoat Paypal. Der US-Anbieter im kalifornischen Palo Alto gelte als Vorbild für das "person to person payment". Auftrag und Benachrichtung laufen über E-mail: Dabei sendet der Auftraggeber die Überweisungsdaten samt Kreditkartennummer an PayPal. Der Empfänger wird ebenfalls per Email über die Zahlung informiert.

Auch Großbanken sind auf die virtuelle Zahlungsmethode aufmerksam geworden: Die Bank of America lasse ein ähnliches System derzeit von ihren Angestellten testen, schreibt die Fachzeitschrift American Banker. Die Kreditkartenorganisationen sind angesichts des dichten Filalnetzes allerdings nicht an inländischen Überweisungen interessiert. Mit der Einführung der Auslandsüberweisungen per Karte dürften die Kreditkartenfirmen unter anderem auch in Konkurrenz zu Western Union treten, über die direkte Geldtransfers bei Postbank oder Reisebank möglich sind.

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