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Zu hohe Ansprüche über Bord werfen

Um sich auf Weihnachten richtig freuen zu können, sollten die Ansprüche an das „Fest der Feste“ heruntergeschraubt werden. Dies hilft nach Ansicht von Experten allen, für die Weihnachten mittlerweile hauptsächlich mit Stress und Zwängen verbunden ist.

dpa/gms BERLIN. Um sich auf Weihnachten richtig freuen zu können, sollten die Ansprüche an das "Fest der Feste" heruntergeschraubt werden. Dies hilft nach Ansicht von Experten allen, für die Weihnachten mittlerweile hauptsächlich mit Stress und Zwängen verbunden ist.

"Weihnachten ist deshalb so in Verruf geraten, weil überall Druck ausgeübt wird", sagte Professor Isabella Heuser von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Freien Universität (FU) Berlin in einem dpa/gms-Gespräch. Diesem Druck könne durch eine reduzierte Erwartungshaltung aus dem Weg gegangen werden.

Vom einem guten, aber günstigen Geschenk über das Essen bis zum Familienfrieden unter dem Baum soll Weihnachten für viele Menschen möglichst perfekt sein. Mit der Realität lässt sich dieser Wunsch aber meist nur schwer vereinbaren. "Weihnachtsmuffel" haben bei diesem Stress leichtes Spiel, auch anderen die Vorfreude zu nehmen.

"Radikal und mit allen zusammen neue Konzepte für Weihnachten entwickeln" - das rät die Psychologin deshalb allen, die wieder mehr Freude an den Festtagen haben wollen. Wenige Tage vor Weihnachten sei das zwar nicht mehr zu schaffen. Das Weihnachtsfest in diesem Jahr könne aber genutzt werden, um die Weichen für ein entspannteres Weihnachten 2005 zu stellen.

Die Psychologin rät Gestressten, den Wunsch nach Veränderungen direkt unter dem Weihnachtsbaum anzusprechen: "Da hat man alle zusammen, das ist garantiert der richtige Zeitpunkt." Wichtig sei es, sich vorher einen Plan zu machen, wie künftige Weihnachten aussehen sollen.

Der Vorbereitungsstress am Weihnachtstag selbst lässt sich zum Beispiel senken, indem die Gans für den Weihnachtsbraten schon ausgenommen aus der Tiefkühltruhe kommt. Bei den Geschenken können sich zumindest Erwachsene darauf einigen, nur Kleinigkeiten zu besorgen. "Daran müssen sie sich aber auch halten - meistens klappt das ja nicht", ist Heusers Erfahrung.

Durch weniger Belastung mit Vorbereitungen und Gedanken daran, ob auch alles perfekt klappt, bleiben mehr Zeit und Ruhe, um zum Beispiel zusammen zu spielen, zu reden oder über die Weihnachtsmärkte der Umgebung zu bummeln, sagt Heuser. Und selbst "Weihnachtsmuffeln", die angesichts eines Tellers Plätzchen als erstes die Kalorienzahl hochrechnen, könne dann wesentlich entspannter begegnet werden.

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