Zu kreativen Leistungen kommt es über verschiedene Phasen: Kreativität braucht Zeit

Zu kreativen Leistungen kommt es über verschiedene Phasen
Kreativität braucht Zeit

Kann man Kreativität lernen? Um die Antwort in Kurzform vorweg zu nehmen: Nein. Denn Kreativität ist keine Sprache, die man von Grund auf studiert, sie ist vielmehr eine Eigenschaft, die man fördern kann.

Fälschlicherweise und vorschnell wird Kreativität ausschließlich mit Kunst und gestalterischen Fähigkeiten in Verbindung gebracht. Dabei gibt es in beinahe jedem Beruf kreative Komponenten. Allerdings bleibt im Berufsalltag - so scheint es jedenfalls - für Kreativität wenig Raum. Und das, obwohl nahezu jedes Anforderungsprofil in Stellenanzeigen die Forderung nach Kreativität als Standardfloskel enthält.

Was wird eigentlich von der kreativen Führungskraft erwartet? Kreativität - das heißt schöpferisches Denken, und es schließt die Produktion origineller Ideen ein. Ideen, die dabei helfen, anstehende Probleme zu erkennen und zu lösen. Dafür ist Problemsensitivität gefragt, also ein Gespür für die richtige Richtung. Brauchbare Lösungen sollen möglichst über eine Momentperspektive hinausgehen. Kreativ sein heißt aber auch, intuitive Ansätze nicht gleich zu negieren, sich gelegentlich gegen tradiertes, besseres Wissen zu entscheiden und für neue Ideen zu kämpfen.

Warum mangelt es vielen Menschen heute an Kreativität? Aus meiner Sicht ist dies unter anderem eine Folge unserer Konsumgesellschaft und einer fast unüberschaubaren, um nicht zu sagen unerträglichen Reizüberflutung. Sie fängt schon in der Kindheit an, wenn perfektes Spielzeug der Phantasie keine Chance zur Entfaltung bietet - alle nur denkbaren Verwendungsmöglichkeiten werden schon mit der Gebrauchsanleitung mitgeliefert. Die Erkenntnis, dass einfachste Mittel und Materialien ausreichen, um eigenen Ideen Gestalt zu geben, scheint sich mit der vorletzten Generation verabschiedet zu haben. Luftschlösser zu bauen, das gehört der Vergangenheit an. Wünsche können immer und zu jeder Tageszeit erfüllt werden. So wird Geld zum Ersatz für Phantasie und Kreativität. Und die Dienstleistungsgesellschaft nimmt uns gerne mit Scheinlösungen kreatives Handeln und Entscheidungen ab, weil wir ja so oft keine Zeit haben, selbst kreativ zu sein.

Aber Kreativität braucht Zeit! Zeit zum Nachdenken, frei von den Widrigkeiten des täglichen Arbeitsablaufs. Große Ideen sind selten als Sekundeneinfall geboren, sondern sie sind meist die Summe vieler Gedanken, die oft mit dem eigentlichen zündenden Einfall nicht in Verbindung gebracht werden. Denn zu kreativen Leistungen kommt es über verschiedene Phasen, in denen teilweise auch unbewusste Prozesse ablaufen.

Wenn Kreativität freilich als Eigenschaft gesehen wird, die jeder nur willige und intelligente Mensch in sich trägt und pflegen muss, um erfolgreich zu sein, dann ist das ein Trugschluss: Ein talentierter Mensch muss nicht gleichzeitig kreativ und erfolgreich sein. Talente sind vielfältiger Natur - und sie werden oft nicht erkannt. Weil es zum Beispiel den Beobachtern an Kreativität fehlt. Was also können Sie in Ihrem beruflichen Alltag tun, um Ihre Kreativität zu pflegen und zu präsentieren?

  • Sie sollten angedachte Ziele verfolgen und sich die Freiheit nehmen, dieseim Zweifel wieder zu verwerfen. Denken Sie nicht, dass dies unmöglich ist. Es funktioniert, auch wenn nach landläufiger Meinung unermüdliches Arbeiten, Hektik und der vielgerühmte und gleichzeitig geschmähte Stress Voraussetzungen für den Erfolg sind.
  • Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Sie den Vorwurf hören, dass Mitarbeiter, die gelegentlich vor einem völlig leeren und aufgeräumten Schreibtisch sitzen, ihrer Aufgabe nicht nachkommen. Es denkt sich gut so.
  • Vertrauen Sie darauf, dass gerade der Rückzug wichtig ist, um einen Ist-Zustand festzuhalten und darauf aufbauend zukunftsweisende und situationsabhängige Vorschläge machen zu können. Dabei muss es sich nicht sofort um den großen Wurf handeln. Kreativität kann sich in kleinen, konsequenten und wohlüberlegten Schritten widerspiegeln. Ein Szenario simulieren zu können, ist nicht jedem gegeben.
  • Besinnen Sie sich auf Ihre Fähigkeiten und setzen Sie sie bewusst ein. Dann sind Sie auf einem guten Wege.
  • Brainstorming dient der Entwicklung kreativer Leistungen. Dabei ist die Zusammensetzung der Grübel-Gruppe besonders wichtig. Kreativ sein heißt auch hier wieder: Nehmen Sie sich Zeit. Zeit, die es Ihnen erlaubt, gemeinsam brauchbare Lösungen hervorzubringen.

Auf Dauer wird niemand vortäuschen können, immerzu kreativ zu sein. Aber Sie können im wiederkehrenden Prozess die eigene - vielleicht nur in eine Richtung gehende - Kreativität produktiv einbringen.

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