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Zu schnell zu gut

Die Wall Street verliert an Boden. Nach vier konstant positiven Tagen geht der Technologiebörse Nasdaq heute die Luft aus. Gewinnmitnahmen, Quartalsergebnisse und schwache Wirtschaftsdaten drücken auf die Stimmung. Gespannt warten die Marktteilnehmer auf die Arbeitsmarktdaten, die morgen veröffentlicht werden sollen. Im Vorfeld ist es daher nicht verwunderlich, dass Anleger sich in vornehmer Zurückhaltung üben.

Finanztitel gehören am Donnertag zu den größten Verlierern, nachdem der Sektor in den vergangenen Tagen gut gelaufen ist. Konsumwerte tendieren ebenfalls schwächer. Laut einer Studie von Thomson Travel ist der Aktienmarkt nach der jüngsten Rally überbewertet. Vergleicht man das prognostizierte Ertragswachstum der nächsten zwölf Monate mit den Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen, sei der Aktienmarkt rund 21 Prozent überbewertet. Gemessen an den Ertragsaussichten des nächsten Jahres, liegt das KGV für amerikanische Aktien bei durchschnittlich 23,6 - ein historisch hohes Niveau. Eine Abkühlung der Märkte ist somit nicht verwunderlich.

Einziger Gewinner im Dow Jones Index ist zunächst Philip Morris. Der Tabakkonzern hat Details über den geplanten Börsengang der Lebensmittelsparte Kraft veröffentlicht. Der Kraft IPO könnte der zweitgrößte Börsengang der Geschichte der Wall Street werden. Auch Ölwerte notieren im Plus, während vor allem Technologie- und Kommunikationswerte die Indizes in den Keller ziehen.

Vor allem Chip- und Netzwerkaktien leiden heute unter Gewinnmitnahmen. Nachdem die Branche in den vergangenen Tagen kräftig zulegen konnte, streichen einige Anleger ihre Gewinne ein. Vor allem der Chipgigant Intel sowie die Netzwerkriesen Cisco Systems, JDS Uniphase und Texas Instruments verlieren Punkte, nachdem die Unternehmen gestern zu den Tagesgewinnern zählten.

Für Gesprächsstoff sorgt heute General Electric. Die US-Wettbewerbsbehoerde hat fuer die 48 Milliarden-Dollar Fusion zwischen General Electric und Honeywell grünes Licht gegeben. Um eine zu starke Marktdominanz im Bereich der Cockpit Elektronik und Flugmotoren vorzubeugen, muss Honeywell allerdings die Sparte Helikopter Motoren im Vorfeld des Zusammenschlusses abstoßen. Um die Transaktion umsetzen zu können, steht weiterhin die Genehmigung der europäischen Wettbewerbshüter aus.

Verhaltenes Interesse erregten am Morgen auch die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Die Anträge stiegen mit 421 000 in den vergangenen Wochen auf den höchsten Stand seit fünf Jahren. Die Mehrheit der Analysten rechnete mit einem Rückgang der Erstanträge auf 400 000. In der Vorwoche wurden nur 412 000 Anträge gestellt. Da viele Experten mit einer Erholung der US-Wirtschaft aus eigener Kraft hofft, ist das eine Nachricht, die man nicht gerne hört. Nun wartet die Wall Street mit Spannung auf die Arbeitslosenquote für den April, die am Freitag bekannt gegeben wird.

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