Zu sechs Themen werden Arbeitsgruppen eingerichtet
Runder Tisch zur Reform des Gesundheitswesens hat sich konstituiert

Der Runde Tisch zur Reform des Gesundheitswesens hat sich auf die Behandlung von sechs Themenbereichen verständigt.

ddp GROß ZIETHEN/BERLIN. Das Gremium aus 24 Vertretern von Ärzteschaft, Krankenkassen, Pharmaindustrie und Politik berät die Finanzierung von Arzneimitteln und Krankenhäusern, die ambulante Versorgung, integrierte Vorsorgeformen, Leitlinien der Behandlung und Vorschläge zur Stärkung der Prävention, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag im Anschluss an die konstituierende Sitzung des Runden Tisches in Groß Ziethen bei Berlin mit.

Teilnehmer des ersten Runden Tisches bewerteten die Gesprächsatmosphäre positiv. Das Gremium dient der Vorbereitung für eine neue Gesundheitsreform nach der Bundestagswahl 2002.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) betonte, dass eine im Konsens erarbeitete Modernisierung des Gesundheitssystems Vertrauen schaffe. Versicherte und Patienten müssten weiter darauf vertrauen können, dass sie auf die Leistungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bauen können. Im Mittelpunkt der Gespräche stünden aber vorerst inhaltliche Fragen, bevor über Finanzierungsmöglichkeiten gesprochen werde. Für die einzelnen Themenbereiche sollen nun Arbeitsgruppen gebildet werden, in denen weitere Experten mitwirken. Diese schlagen dem Runden Tisch Thesen vor. Das Gremium soll etwa alle drei Monate tagen. Die nächste Sitzung ist für den 17. September geplant.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, zeigte sich nach dem Treffen zuversichtlich, dass es mittelfristig zu einer grundlegenden Reform des Gesundheitswesens kommen werde. Die Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass es bei der Finanzierung des Gesundheitswesens "so nicht weitergehen könne". Hoppe beschrieb die Gesprächsatmosphäre als "sehr gut".

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Manfred Richter-Reichhelm, bewertete den Runden Tisch als eine gute Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit. Weiterreichende Strukturänderungen im Gesundheitssystem stünden vorerst aber nicht zur Debatte, betonte Richter-Reichhelm. Vielmehr seien alle Teilnehmer aufgerufen, ihre Vorstellungen für das zukünftige Gesundheitssystems zu entwerfen. Erst danach werde über mögliche Änderungen bei der Versicherungsstruktur entschieden.

Noch am Wochenende hatte es heftige Auseinandersetzungen um die Besetzung und Gesprächsinhalte des Runden Tischs gegeben. Während die Krankenkassen das vorhandene Geld effizienter einsetzen wollen, forderten Ärzte und Pharmaindustrie eine Diskussion über zusätzliche Einnahmen. Die nicht eingeladenen Verbraucherverbände bemängelten eine Übermacht der Leistungsanbieter.

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