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Zu wenig Bestrahlungsgeräte für Krebspatienten

Erfurt (dpa) - Deutsche Kliniken sind nach Einschätzung von Fachleuten unzureichend mit modernen Bestrahlungsgeräten für die Behandlung von Krebspatienten ausgerüstet.

Erfurt (dpa) - Deutsche Kliniken sind nach Einschätzung von Fachleuten unzureichend mit modernen Bestrahlungsgeräten für die Behandlung von Krebspatienten ausgerüstet.

Für eine Million Bundesbürger stünden nur etwa fünf solcher Geräte zur Verfügung, kritisierte die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) am Freitag auf ihrem Jahreskongress in Erfurt. Jährlich erkranken in Deutschland fast 340 000 Menschen an Krebs.

Deutschland sei technisch schlechter für Tumorerkrankungen gerüstet als die meisten westeuropäischen Länder, sagte der DEGRO- Präsident, der Offenbacher Mediziner Nikolaos Zamboglou. In Dänemark kämen zehn, in Großbritannien sieben und in den Niederlanden acht so genannte Linearbeschleuniger auf eine Million Menschen. In Deutschland mangele es an einer einheitlichen Strukturplanung, um den zu erwartenden steigenden Bedarf zu decken.

Nach Angaben der Gesellschaft muss im Jahr 2030 jeder vierte Deutsche damit rechnen, im Lauf seines Lebens auf eine Strahlentherapie zur Krebsbehandlung angewiesen zu sein. Derzeit unterzögen sich 60 Prozent der Krebskranken einer solchen Behandlung. Wegen der steigenden Lebenserwartung sei auch mit einer Zunahme der Tumorerkrankungen zu rechnen. Zwischen 60 und 80 Prozent der Krebsneuerkrankungen treffen Patienten, die älter als 65 Jahre sind.

Die Radioonkologen forderten eine bundeseinheitliche Vergütung für die Strahlentherapie, die wesentlich kostengünstiger als beispielsweise eine Chemotherapie sei. Auf der Tagung beschäftigen sich rund 2000 Ärzte, Physiker, Biologen, medizinisch-technische Assistenten und Pflegekräfte bis Sonntag mit neuen Entwicklungen in der Strahlentherapie.

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