Zu wenige Mitarbeiter gehen freiwillig – HSBC entlässt 112 Investmentbanker
Merrill Lynch schickt 10 000 Bankern die Kündigung

Bei Merrill Lynch & Co. haben zu wenige Mitarbeiter die Abfindungen angenommen, die das Brokerhaus bei einem freiwilligen Ausscheiden geboten hat. Jetzt erhalten 15 % der 65 900 Mitarbeiter das Kündigungsschreiben. Das wurde aus dem Umfeld der Bank bekannt.

Bloomberg FRANKFURT/M. Auch der Finanzkonzern HSBC Holdings Plc., weltweit die Nummer drei gemessen am Börsenwert, will 112 Stellen im Investment-Banking in London, Kanada und Südafrika streichen, um die Kosten zu senken.

Der Stellenabbau bei Merrill Lynch betrifft rund 40 % der Beschäftigten im Bereich Technologie und Telekom und 15 % der Mitarbeiter, die im Bereich institutionelle Kunden arbeiten. Nach einem Gewinneinbruch von 52 % im dritten Quartal will Präsident Stanley O'Neal jetzt verstärkt Kosten einsparen. O'Neal, der im Juli das Steuer übernommen hat, könnte auch die Brokerbereiche in Kanada und Japan verkaufen oder schließen.

Die entlassenen Mitarbeiter werden mit dem gleichen Betrag abgefunden wie ihre Kollegen, die freiwillig gegangen sind. Merrill hatte, je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit, bis zu 54 Wochengehälter und 40 % vom Bonus des Jahres 2000 geboten. In Asien wurde bereits die Belegschaft reduziert.

Die gesamte Branche bekommen die Börsenflaute zu spüren. In diesem Jahr haben Unternehmen für 223 Mrd. Dollar neue Aktien emittiert, 44 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Banken haben bei weltweiten Fusionen im Volumen von 659 Mrd. Dollar beraten, 53 % niedriger als im Vorjahreszeitraum.

"Während des ganzen Jahres haben wir angesichts spärlicher sprudelnden Einnahmen unsere Geschäftsaktivitäten einer kritischen Prüfung unterzogen, ob sie noch den Marktbedingungen entsprechen", erklärte Selena Morris, Unternehmenssprecherin bei Merrill Lynch. "Zwar treiben wir diese Prüfung jetzt schneller voran, aber es wird für jeden einzelnen Geschäftsbereich separat entschieden, wir haben keine Zielgröße für die Stellenstreichungen im Gesamtkonzern." Merrill Lynch hat seit Jahresbeginn 6 100 Leute entlassen. Insgesamt müssen voraussichtlich 10 000 Banker bei Merrill Lynch gehen (Handelsblatt 18. Oktober 2001).

Der Finanzkonzern HSBC Holdings Plc. will 112 Stellen im Investment-Banking in London, Kanada und Südafrika streichen, um Kosten zu sparen und den Gewinn zu verbessern. 50 Entlassungen wird es im Aktienhandel in London geben, 40 in Südafrika und 22 im kanadischen Investment-Banking Bereich, gab Unternehmenssprecher Adrian Russell bekannt.

Schon vor dieser Ankündigung hatte HSBC mindestens 146 Stellen in London, Hongkong und anderen Regionen gestrichen, in erster Linie im Investment-Banking. Aber auch die Konkurrenz setzt den Rotstift an, Credit Suisse Group, Deutsche Bank AG, ABN Amro Holding NV und andere wollen angesichts der Börsenflaute über 42 000 Mitarbeiter entlassen.

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